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Die Witterung in Marburg im Juli 2009
Klassischer SiebenschlÀfersommer
Der RĂŒckfall zu "unbestĂ€ndig" kam zur ungĂŒnstigsten Zeit

Juli 2009
Bilanz:Feucht mit 127% Regen - durchschnittlich warm Abweichung: +0,24 Grad
In der letzten Ausgabe hatten wir mit Blick auf die zu erwartende Hochsommerwitterung auf die so genannte "SiebenschlĂ€gerregel" hingewiesen: "Mit Spannung darf nun die Witterungsentwicklung im so genannten "SiebenschlĂ€fer"-Zeitraum erwartet werden, denn anders, als nach dem Volksglauben entscheidet nicht das Wetter am 27. Juni (dem kalendarischen SiebenschlĂ€fertag), sondern vielmehr die Wetterentwicklung der ersten Julitage ĂŒber den weiteren Verlauf des Hochsommers. Stellt sich nach vorausgegangener Wechselhaftigkeit dann stabiles Sommerwetter ein, so spricht die Erfahrung dafĂŒr, dass der Hochsommer sodann auch insgesamt einen eher freundlichen und warmen Verlauf nehmen wird."

Eine freundliche und warme Phase zum Monatsbeginn schien unsere optimistischen Erwartungen vollauf zu erfĂŒllen und beinahe wĂ€re auch alles gut gegangen, - beinahe! Doch dann - mitten in der ersten Monatsdekade - kam der RĂŒckfall in das wechselhafte und kĂŒhle Witterungsmuster des Vormonats und das genaue Gegenteil des erhofften Sonnensommers, nĂ€mlich eine unbestĂ€ndige Großwetterlage stellte sich ein und begrub alle Hoffnungen auf einen trockenen Hochsommerverlauf. Die Großwetterlage, die sich in der ersten Julidekade einstellt hat nĂ€mlich - von kurzen Unterbrechungen abgesehen - ihrem Charakter nach in der Mehrzahl der Jahre bis weit in den August hinein Bestand.

Und so nahm ein "SiebenschlĂ€fersommer" wie aus dem Lehrbuch seinen Verlauf: Kurze freundliche und warme Phasen wurden immer wieder von krĂ€ftigen Regen- und GewittergĂŒssen beendet, in denen die Quecksilber wiederholt nicht mal die 20-Grad-Marke erreichten. Zugleich trieben die hĂ€ufigen RegenfĂ€lle den Landwirten ernste Sorgenfalten ins Gesicht: Die fĂŒr eine gute Getreideernte nötigen, trockenwarmen Abschnitte waren zu kurz, - betrĂ€chtliche QualitĂ€tseinbußen waren die Folge.

So war bis zum Ende der zweiten Monatsdekade mit rund 50 Liter pro Quadratmeter im Marburger Land bereits fast so viel Regen gefallen, wie sonst im ganzen Monat vom Himmel kommt. Da es auch zu Beginn der letzten Monatsdekade noch öfter regnete, bilanziert der Juli insgesamt deutlich zu feucht. Erst zum Monatsausklang stellte sich freundlicheres und weitgehend trockenes Wetter ein, so dass sich die bis dahin eher magere Sonnenscheinbilanz noch weitgehend ausgleichen konnte. Damit war der zentrale Hochsommermonat wenn auch zu feucht, so doch immerhin durchschnittlich sonnig.

Und auch bei den Temperaturen blieb der Monat im langjĂ€hrigen Durchschnitt: Sie lagen nur geringfĂŒgig ĂŒber dem Klimamittel und damit innerhalb der Spanne des Normalbereichs. Heißester Tag in Marburg war mit 30,1 Grad der 3. Juli, im Ebsdorfergrund war es lokal mit knapp ĂŒber 32 Grad an diesem Tag sogar noch etwas heißer. Am kĂŒhlsten blieb es bei windigem Schauerwetter am 10. Juli, wo die Höchsttemperatur in der Region nur mit MĂŒhe die 15-Grad-Marke erreichte. Der monatliche Tiefstwert wurde allerdings am Morgen des 29. gemessen, wo das Quecksilber in Marburg auf 9,6 Grad fiel.

Ohne nun gleich allzu große Hoffnungen fĂŒr den August wecken zu wollen, bleibt immerhin ein Trost: Die Erfahrung lehrt nĂ€mlich, dass sich am Ende von wechselhaften und feuchten Hochsommern, in klassischen "SiebenschlĂ€fer-Sommern", in der zweiten AugusthĂ€lfte oft bestĂ€ndigeres und durchaus auch noch warmes Sommerwetter einzustellen pflegt. Dies lĂ€sst zumindest hoffen, dass dem so unfreundlichen, bisherigen Sommerverlauf vielleicht ja doch noch ein sonniger SpĂ€tsommer folgt.

Marburg, am 31.07.2009

Herzlichst, Ihr JĂŒrgen Vollmer
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