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Die Witterung in Marburg im November 2009
Ungewöhnlich mild und deutlich zu nass
Grauer Herbstmonat brachte einen deutlichen W√§rme√ľberschuss

November 2009
Bilanz: Sehr nass mit 158,8% Regen/Schnee - außergewöhnlich warm Abweichung: +3,35 Grad
Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 7,6 Grad verlief der November im Marburger Raum und im Ebsdorfergrund ungew√∂hnlich mild. Dieser Wert liegt um fast 3 1/2 Grad √ľber den langj√§hrigen Mittelwerten. So blieb es den ganzen Monat frostfrei und an mehr als der H√§lfte der Tage k√ľhlte es nachts nicht einmal unter die 5-Grad-Marke ab und tags√ľber wurde es h√§ufig noch √ľber 10 Grad mild. Der Monatsh√∂chstwert wurde am 21. mit 13,3 Grad in Marburg und sogar 14,4 Grad in Ebsdorf erreicht. In einigen Teilen S√ľddeutschlands wurde es zu dieser Zeit sogar noch bis zu 21 Grad warm.

Trotz den milden Temperaturen lie√ü sich die Sonne im letzten Herbstmonat jedoch nur selten blicken. Sie brachte es nur auf etwa 30 Sonnenscheinstunden und damit gerade mal auf zwei Drittel des monatlichen Klimasolls von rund 45 Stunden. Schuld daran waren kr√§ftige Tiefdruckgebiete, die immer wieder Regenwolken heranlenkten, die der Region einen Regen√ľberschuss von rund 60 Prozent bescherten. In Marburg fielen rund 95 Liter Regen pro Quadratmeter, in Teilen des Umlands kamen sogar mehr als 100 Liter Regenwasser vom Himmel.

So fiel an insgesamt 25 Tagen mehr oder weniger kr√§ftiger Regen. Am ergiebigsten ergoss sich das himmlische Nass am 9. aus den tr√ľbgrauen Wolken. In Marburg wurden allein an diesem Tag 18,8 und in Ebsdorf sogar 20,5 Liter pro Quadratmeter registriert. So wurde auch das durchschnittliche Monatssoll von rund 60 Litern je Quadratmeter bereits zur Monatsmitte erreicht. Der November war damit in der Region viel zu grau, erheblich zu nass und au√üergew√∂hnlich warm. Immerhin hielten sich die Tage mit verkehrsgef√§hrdendem Nebel in Grenzen, meist waren es Regenwolken, die den Blick in den Himmel tr√ľbten, dabei jedoch √∂fter auch mal die Berggipfel verh√ľllten.

Beim Blick √ľber die regionalen und mitteleurop√§ischen Wetterkapriolen hinaus fiel im November die R√ľckkehr einer bereits w√§hrend der Sommermonate beobachteten Temperaturanomalie auf dem Nordatlantik auf. Erneut k√ľhlten sich - wie schon im Sommer - die Oberfl√§chen weite Meeresgebiete teils erheblich unter ihre normalen Temperaturwerte ab, so dass von einer abermaligen St√∂rung der nordatlantischen Meeresstr√∂mungen und mit ihnen von einer Schw√§chung eines Teils des Golfstroms ausgegangen werden muss.

Damit wird die Frage nach möglichen Auswirkungen auf die Witterungsentwicklung in den vor uns liegenden Wintermonaten immer interessanter. So wäre bei längerem Andauern dieser Anomalie nicht mehr auszuschließen, dass die veränderten ozeanischen Strömungsverhältnisse auch die Windsysteme in Europa beeinflussen könnten. Sollte sich dabei eine Tendenz zu häufigeren nördlichen oder gar östlichen Winden ergeben, könnte dies einen insgesamt deutlich kontinentaler geprägten und damit kälteren Hochwinter zur Folge haben, als dies in den vergangenen Jahren der Fall war.

Noch ist es f√ľr konkrete Spekulationen zu fr√ľh und so bleibt die Entwicklung erst einmal abzuwarten, denn auch f√ľr die Meeres- und Atmosph√§renforscher sind die auf dem Atlantik beobachteten Temperaturanomalien derzeit noch Neuland.

Marburg, am 30.11.2009

Herzlichst, Ihr J√ľrgen Vollmer
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