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Die Witterung in Marburg im März 2010
Kaltstart folgte machtvolles Fr√ľhlingsdeb√ľt
Wie Wetter, Witterung und Klima ganze Klimaepochen formen

März 2010
Bilanz: Etwas zu trocken mit 83,7% Regen - Etwas zu warm, Abweichung: +0,81 Grad
Obwohl der M√§rz in der Region einen veritablen Kaltstart mit noch zahlreichen Frosttagen vorlegte - die erste Monatsh√§lfte fiel gegen√ľber dem langj√§hrigen Durchschnitt um rund 4 Grad zu kalt aus - kehrte ab der Monatsmitte machtvoll der Fr√ľhling ein. Er glich das W√§rmedefizit im Marburger Land bereits kurz nach dem kalendarischen Fr√ľhlingsanfang am 20. M√§rz aus und weil die von Spanien heranwehende Fr√ľhlingsluft auch in den letzten Monatstagen nicht mehr weichen wollte, endete der Lenzmonat letztlich sogar mit einer leicht √ľberdurchschnittlichen Temperaturbilanz von fast einem Grad √ľber dem langj√§hrigen Klimamittel.

Gleichzeitig blieb es bis zum Ende der zweiten Monatsdekade sehr trocken. Erst im letzten Monatsdrittel gab es in der feuchtwarmen Fr√ľhlingsluft √∂fter auch Regen und Schauer, so dass immerhin noch rund 80 Prozent der Klimasolls zusammen kamen. Die Sonne zeigte sich dagegen etwa 30 Prozent h√§ufiger, als sie es im Durchschnitt der Jahre zu tun pflegt. Im Monatsdurchschnitt pr√§sentierte sich der Lenzmonat damit im Marburger Land nur wenig trockener und w√§rmer als im vielj√§hrigen Mittel, mauserte sich dabei jedoch zu einem ausgesprochen sonnigen Fr√ľhlingsmonat.

Gerade die ann√§hernd ausgeglichene Temperaturbilanz ist dabei ein treffliches Beispiel f√ľr den Unterschied zwischen Wetter, Witterung und Klima. W√§hrend n√§mlich der t√§gliche Temperaturverlauf des heurigen M√§rzmonats gro√üe Gegens√§tze offenbart, l√§sst sich bei Betrachtung der Witterung und damit der Summe aller Tagestemperaturen keine gravierende Abweichung zum Klimasoll mehr erkennen. Sowohl die k√§lteste Nacht mit knapp minus 10 Grad in den Fr√ľhstunden des 8. M√§rz als auch der w√§rmste Tag mit fast plus 21 Grad am 25. M√§rz gehen bei der Berechnung der Durchschnittswerte unter und die so gebildete Witterungsbilanz liegt letztlich vollauf im Bereich der normalen Schwankungsbreite.

Ganz √§hnlich verh√§lt es sich auch mit den Berechnungen von Klimawerten. Dabei wird nicht mehr das Wetter der einzelnen Tage, sondern das bereits gemittelte Durchschnittswetter ganzer Monate - also deren Witterung - √ľber viele Jahre hinweg summiert und daraus der Klimadurchschnitt errechnet. In der Klimatologie werden hierbei gebr√§uchlicherweise stets die Witterungsabl√§ufe aus 30 Jahren zugrunde gelegt. Wenn also eine Aussage wie z.B. "Der vergangene Winter war zu kalt" getroffen wird, dann bedeutet dies, dass er k√§lter war, als die Wintertemperaturen im Durchschnitt des 30-j√§hrigen Vergleichszeitraums von - derzeit - 1961 bis 1990.

Aber ebenso wie kalte und warme Tage gibt es auch kalte und warme Witterungszeitr√§ume und - auf Jahrzehnte, Jahrhunderte oder gar Jahrtausende bezogen - auch kalte und warme Klimaabschnitte. Bei noch gr√∂√üeren Zeitr√§umen, wie etwa Hunderttausenden von Jahren werden immer gr√∂√üere, √ľbergeordnete Klimazyklen, von kurzen Warmzeiten unterbrochene Kaltzeiten, die so genannten Eiszeiten sichtbar. Ganze Klimaepochen offenbaren sich jedoch erst beim Blick um viele Jahrmillionen zur√ľck in die Klimageschichte der Erde: Sie ist gepr√§gt vom steten Wechsel zwischen warmen, eisfreien und kalten, den so genannten Eiszeitaltern.

Aktuell leben wir in einem vor 30 Millionen Jahren begonnenen Eiszeitalter, genauer gesagt: In einer kleinen Zwischenwarmzeit inmitten jenes durch mehrere Kaltphasen geprägten Eiszeitalters, dessen letzter Gletschervorstoß vor 20.000 Jahren seinen Höhepunkt fand. Damals lag die Mitteltemperatur weltweit um etwa 6 Grad unter den heutigen Werten und der Meeresspiegel lag wegen der weite Teile der Kontinente bedeckenden Eismassen um etwa 120 Meter unter seinem heutigen Stand.

Vor diesem Hintergrund relativiert sich der Blick auf den zweifellos auch in unseren Tagen stattfindenen, nat√ľrlichen Wandel des Erdklimas. Allein an der Frage, in welchem Umfang der Mensch bereits Einfluss auf das Klimasystem unseres Planeten genommen hat und dies voraussichtlich auch in Zukunft noch tun wird, scheiden sich derzeit die Geister. W√§hrend ein Gro√üteil der Wissenschaftler vor den katastrophalen Klimafolgen des menschlichen Wirkens warnt und daher "Klimaschutz" in beschw√∂render, ja geradezu alarmistischer Weise als das wichtigste Ziel globalen, politischen Handelns einfordert, betrachten andere, nicht minder namhafte Forscher den m√∂glichen Einfluss des Menschen aufs Weltklima im Vergleich zu so elementaren, kosmischen Kr√§ften wie etwa Schwankungen der Sonneneinstrahlung oder der Erdumlaufbahn als allenfalls marginal.

Erst die Zukunft wird zeigen, welches der beiden l√§ngst in einen erbitterten Wissenschaftsstreit - aber auch in einen Streit um finanzielle Zuwendungen von Forschungsgeldern - verfallenen Lager der Wirklichkeit n√§her kommt. Wirklich gesichertes WISSEN kann n√§mlich keines der beiden Lager f√ľr sich ins Feld f√ľhren, Computermodellrechnungen mit etlichen Unbekannten versuchen sich an diesem so un√ľberschaubaren Job. Gleichwohl entbindet diese weitgehende Unkenntnis keine der beiden Seiten von dem Gebot eines sorgsamen, von Verantwortungsbewusstsein getragenen Umgangs mit den begrenzten Ressourcen, die der Lebensraum Erde nicht nur uns Menschen, sondern auch allen anderen, unseren Planeten besiedelnden Lebensformen bietet. Und zur Best√§tigung dieser Minimalerkenntnis bedarf es noch nicht einmal komplexer Computermodelle: Sie liegt ganz einfach und offensichtlich auf der Hand!

Marburg, am 31.03.2010

Herzlichst, Ihr J√ľrgen Vollmer
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