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Die Witterung in Marburg im Juli 2010
Viel zu trocken und oft sengend hei├č
Hitzewellen ├╝berrollten Region mit Rekordtemperaturen

Juli 2010
Bilanz: Zu trocken mit 63,0% Regen - Erheblich zu hei├č, Abweichung: +2,42 Grad
Einer der hei├česten Julimonate seit etlichen Jahren brachte im Marburger Land in den beiden ersten Monatsdritteln einen W├Ąrme├╝berschuss von 4 bis 5 Grad. Immer wieder wehte hei├če Subtropenluft heran und lie├č die Quecksilber an 10 der 21 ersten Monatstage ├╝ber die 30-Grad-Marke steigen. An nur an 3 Tagen blieb das Quecksilber unter 25 Grad, so dass bis zum 21. insgesamt 18 so genannte Sommertage (= Tage mit mindestens 25 Grad) registriert werden konnten.

Hei├čester Tag des Monats war der 10. mit knapp 35 Grad in Marburg und Biedenkopf und sogar 36 Grad in Ebsdorf. Und in der Nacht nach dieser geradezu spanischen Rekordhitze k├╝hlte es verbreitet kaum unter 20 Grad ab, im Marburger Stadtgebiet blieb es sogar 21 Grad warm. Aber auch sonst geb├Ąrdeten sich die N├Ąchte meist lau mit Tiefstwerten ├╝ber 15 Grad, nur selten war es auch mal unter 10 Grad frisch. Erst nach Ende der Hitzeperiode wurden die N├Ąchte wieder frischer. Dabei wurde dann in Marburg am Morgen des 25. mit nur 6,5 Grad auch der monatliche Tiefstwert erreicht, im Umland sank das Quecksilber regional sogar knapp unter die 5-Grad-Marke.

Wochendiagramm-05-11-07-10   Wochendiagramm-19-25-07-10
Links: Das Marburger Wochendiagramm vom 05. bis 11.07. mit dem hei├česten Tag des Jahres, dem 10. Juli. - Rechts: Zwei Wochen darauf wurde mit 6,5 Grad das monatliche Minimum erreicht.

Das zun├Ąchst so ├╝beraus mediterrane Sommerwetter ging - sehr zum Leidwesen der Landwirte - allerdings auch mit gro├čer Trockenheit einher. So verdunstete die Tageshitze viel Wasser aus den oberfl├Ąchennahen Bodenschichten, die daraufhin verbreitet austrockneten. Und weil die gelegentlich durchziehenden Tiefausl├Ąufer zudem kaum Regen brachten, stellte sich f├╝r die Landwirtschaft eine recht kritische Lage ein: Vielfach zeichneten sich bereits erhebliche, trockenheitsbedingte Ernteeinbu├čen ab.

So fielen bis zum 25. Juli in der Stadt Marburg mit nur 17 Liter Regen pro Quadratmeter nur etwa ein Drittel des Monatssolls, im Ebsdorfergrund und im Raum Biedenkopf kamen in der gleichen Spanne immerhin etwa 30 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Allerdings kamen diese Regensummen gr├Â├čtenteils bei kr├Ąftigen Gewitterg├╝ssen an nur drei Tagen, n├Ąmlich am 14., am 17. und am 22. vom Himmel. Da es zuvor bereits seit den ergiebigen Gewitterg├╝ssen Mitte Juni kaum noch geregnet hatte, war die lange Trockenheit auf den meisten Anbaufl├Ąchen bis dahin bereits in Gestalt erster D├╝rresch├Ąden sichtbar geworden.

In den letzten Monatstagen schlug das Wetter dann jedoch radikal um: Heftige Gewitterg├╝sse verringerten das zuvor aufgelaufene Niederschlagsdefizit deutlich, so dass bis zum Monatsende immerhin noch rund zwei Drittel der im Juli durchschnittlichen Regenmengen zusammen kam. Gleichzeitig sackten die Temperaturen deutlich ab, so dass der mit ├╝ber 4 Grad enorme W├Ąrme├╝berschuss der langen Hitzephase letztlich auf ein freilich immer noch sehr deutliches Plus von etwa 2 1/2 Grad zusammen schmolz. Zugleich konnte sich die gro├če Trockenheit in der heimischen Landwirtschaft wegen der geringeren Verdunstungskraft der fortan heranwehenden Atlantikluft zum Monatsausklang etwas entspannen. Von der zuvor ungew├Âhnlich hohen Zahl an Sonnenstunden blieb bis zum Monatsende immerhin noch ein Plus von rund 30 Prozent.

Unterm Strich ging der Juli letztlich bemerkenswert sonnig und trocken in die Klimastatistiken ein, als sehr hei├čer Hochsommermonat, dem gleich eine ganze Serie von Hitzewellen ein wahrhaft s├╝dl├Ąndisches Temperaturniveau aufgepr├Ągt hatten. Sollte der August zu hei├čem Sommerwetter zur├╝ckkehren, k├Ânnte sich die Gesamtsommer-Bilanz am Ende sogar der Spitzenstellung des Rekordsommers 2003 ann├Ąhern oder sie wom├Âglich noch ├╝bertreffen. - In diesem Fall w├╝rde der Sommer 2010 dann auch als einer der ganz Gro├čen in die Klimastatistiken eingehen.

Marburg, am 31.07.2010

Herzlichst, Ihr J├╝rgen Vollmer
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