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Die Witterung in Marburg im Februar 2011
Mild mit spätem Winter-Comeback
Trotz langer milder Phase war der Gesamtwinter etwas zu kalt

Februar 2011
Bilanz: Normal feucht mit 98,2 % Schnee/Regen - etwas zu mild Abweichung: +1,33 Grad
Mit einem Temperaturüberschuss von etwas mehr als 1 Grad fiel nach dem bereits sehr milden Januar auch der Februar 2011 recht mild aus. Dass das Temperaturplus nicht noch deutlich höher ausgefallen ist, war einzig dem Umstand zu verdanken, dass sich nach knapp drei milden Wochen zu Beginn des letzten Monatsdrittels von Osten her noch einmal ein Zweig eisiger Kaltluft durchsetzen konnte. Zwar fiel dabei kein Schnee, doch kamen selbst die Höchstwerte nicht mehr aus dem Frostbereich heraus und in den klaren Nächten sank das Quecksilber sogar noch einmal unter die Minus-10-Grad-Marke.

So wurde die monatliche Tiefsttemperatur in der Region am Morgen des 23. registriert: In Marburg war es an diesem Morgen minus 10,1 und in Biedenkopf und im Hinterland minus 13 Grad kalt. Unmittelbar über dem dick verreiften Erdboden wurden verbreitet sogar Werte um minus 15 Grad erreicht. Dies waren zugleich die niedrigsten Werte seit der Dauerfrostperiode im Dezember und vielfach bildete sich auf Seen und Tümpeln auch wieder Eis. Wegen des schneidend kalten Ostwinds fühlte sich die späte Februarkälte aber auch nachmittags kaum weniger eisig an.

Glücklicherweise hielt in diesen Tagen milde, atlantische Luft über Frankreich beharrlich gegen die eisige Ostströmung und verhinderte so, dass der Weg für noch strengere Kälte zu uns frei werden konnte. So sank das Quecksilber in Teilen Polens nachts bis minus 20 und in Skandinavien und Russland sogar bis minus 40 Grad, aber auch tagsüber war die sibirische Eisluft dort noch minus 10 bis minus 20 Grad kalt. Ohne den atlantischen Gegenwind aus Südwest hätte diese Luft mühelos auch unsere Region erreichen und in tiefer Kälte erstarren lassen, - viel hat zu diesem Szenario nicht gefehlt!

Mit dieser zwar nur kurzen, aber markigen Frostperiode zum Ausklang des Februarmonats gliederte sich der Gesamtwinter 2010/2011 in drei markante Abschnitte: Einen eisigen und zudem extrem schneereichen Frühwinter im Dezember und zum Januarstart, einen milden und feuchten Hochwinter im zentralen Januar und in den beiden ersten Februardekaden und einen trockenkalten Abschluss zum Februarausklang. Für die klimatische Temperaturbilanz dominierte allerdings das Übergewicht der kalten Tage gegenüber den milden Phasen, so dass der Gesamtwinter gegenüber dem Klimamittel mit einer negativen Abweichung von 0,3 Grad immer noch etwas zu kalt bilanzierte. Zugleich war dies der dritte Winter in Folge, der hierzulande hinter den langjährigen Mittelwerten zurückblieb.

Die Startbedingungen ins neue Vegetationsjahr sind wegen der späten Fröste sehr günstig. Während nämlich im Dezember die mächtige, isolierende Schneedecke verhindert hatte, dass der Frost in die Erde vordringen konnte, führten die scharfen Februarfröste in den meisten Anbauflächen endlich zur Ausbildung der so genannten "Frostgare". Dabei werden verdichtete, durchnässte Bodenstrukturen vom Frost aufgesprengt und es bildet sich eine körnige, im Idealfall richtig feinkrümelige Struktur. Dieserart gut durchlüftete Böden bieten ideale Startbedingungen für das neue Wachstumsjahr.

Bleibt abzuwarten, ob sich der Spätwinter im Lenzmonat März noch ein weiteres Mal zurückmelden wird. Vieles spricht dafür, dass die Regentschaft von Schnee und Frost noch nicht ganz überstanden ist, auch wenn länger andauernde Frostperioden wohl nicht mehr zu erwarten sind. Immerhin nimmt die Tageslänge inzwischen rasch weiter zu und in wenigen Wochen, zum Ende des Monats, werden die Uhren schon wieder auf Sommerzeit umgestellt. Vor allem, weil uns der vergangene Winter wie schon seine kalten Vorgänger viel zu wenig Sonnenschein beschert hat, dürfte die Aussicht auf die baldige Rückkehr von Licht und Wärme die meisten von uns mit besonderem Wohlbehagen erfüllen.

Marburg, am 28.02.2011

Herzlichst, Ihr Jürgen Vollmer
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