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Die Witterung in Marburg im März 2011
Sonnig, mild und extrem trocken
Erster Lenzmonat bescherte nur etwa ein Viertel des Regensolls

März 2011
Bilanz: Extrem trocken mit nur 28 % Schnee/Regen - deutlich zu mild / Abweichung: +2,15 Grad - außergewöhnlich sonnig / Vergleich Klimamittel: 178,5 %
Mit kaum 15 Liter Regen pro Quadratmeter blieb der MĂ€rz im Marburger Land extrem trocken. Diese an nur 6 Regentagen gefallene Menge entspricht nur etwa einem Viertel des klimatischen Solls der Region von rund 50 bis 60 Liter je Quadratmeter. Im gleichen Zeitraum verloren die FlĂ€chen jedoch durch Verdunstung rund 60 Liter je Quadratmeter, so dass die klimatische Wasserbilanz des ersten Lenzmonats unterm Strich extrem negativ ausfiel. Damit zĂ€hlt die Region in diesem FrĂŒhjahr auch zu den trockensten Gebieten ganz Deutschlands.

Direkte Folge einer derart ausgeprĂ€gten FrĂŒhjahrstrockenheit ist eine trotz ansonsten meist sehr guten Bedingungen gedĂ€mpfte Pflanzenentwicklung. So benötigt die Natur gerade im FrĂŒhjahr besonders viel himmlisches Nass, denn jetzt gilt es zahllose Triebe, BlĂŒten und Blattwerk zu bilden und die Hauptwachstumsphase des nahenden VollfrĂŒhlings möglichst gut vorzubereiten. Zwar finden tiefer wurzelnde GewĂ€chse dank den reichlich gefallenen WinterniederschlĂ€gen noch ausreichend Wasser, frisches Saatgut oder flach keimende Pflanzen haben jedoch MĂŒhe, sich so schnell zu entwickeln, wie es Sonnenlicht und Temperaturen eigentlich bereits zulassen wĂŒrden.

Denn bereits die beiden ersten Monatsdekaden bilanzierten trotz unterkĂŒhltem Start unterm Strich schon milder als sonst und zudem ausgesprochen sonnig: So lag die durchschnittliche Temperatur bis zum kalendarischen FrĂŒhlingsanfang um gut 1 Grad ĂŒber den langjĂ€hrigen Mittelwerten und die Zahl der Sonnenscheinstunden hatte das Monatssoll bereits um rund 10 Prozent ĂŒberschritten. Da auch im letzten Monatsdrittel sonniges und warmes Wetter dominierte erreichte die monatliche Temperaturbilanz letztlich sogar noch ein Plus von mehr als 2 Grad.

WĂ€rmster Tag war zunĂ€chst der 25. mit 19,1 Grad in der Stadt Marburg, 18,5 Grad in Biedenkopf und im Ebsdorfergrund und knapp 17 Grad im Marburger Hinterland. Rund 25 Grad kĂ€lter war in Ebsdorf am Morgen des 7. MĂ€rz mit knapp minus 8 Grad und am 8. MĂ€rz, wo in Marburg minus 6 und in Biedenkopf sogar minus 9 Grad gemessen wurden. Auch die Schönwetterphase zum kalendarischen FrĂŒhlingsanfang ging mit noch reifkalten NĂ€chten einher.

FĂŒr den nun folgenden Aprilmonat bleibt nur die Hoffnung auf reichlich FrĂŒhlingsregen, denn bleibt dieser aus, wird eine zĂŒgige Vegetationsentwicklung ausgebremst und der Entwicklungsvorsprung aus dem MĂ€rz könnte, sollten auch die Temperaturen noch einmal deutlicher abrutschen, leicht in einen WachstumsrĂŒckstand umschlagen. Dagegen wĂ€re feuchtwarmes Wetter ein Labsal fĂŒr die Natur, deren frisches GrĂŒn und deren vielfĂ€ltige BlĂŒtenpracht nicht zuletzt genau das ausmacht, was den meisten Menschen im FrĂŒhling geradezu das Herz aufgehen lĂ€sst.

Daran sollten wir denken, wenn uns womöglich der eine oder andere graue und feuchte Apriltag demnĂ€chst auf die Laune zu schlagen droht. Trost verheißen vielleicht aber auch schon erste, warme Sommertage, wie sie gegen Ende April durchaus bereits im Bereich des Möglichen liegen. Die Kraft der Sonne entspricht dann jedenfalls schon wieder derjenigen von Mitte August.

Marburg, am 31.03.2011

Herzlichst, Ihr JĂŒrgen Vollmer
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