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Die Witterung in Marburg im April 2012
Schaurig und lange sehr k√ľhl vor hei√üem Finale
Regendefizit des Vormonats jedoch nur knapp ausgeglichen

April 2012
Bilanz: Normal feucht mit 95,0 % Regen - normal warm / Abweichung: +0,8 Grad
Mit einer Durchschnittstemperatur von 9,1 Grad ging der April trotz einer nahezu im gesamten Monat dominierenden kalten Witterungsphase letztlich noch mit weitgehend ausgeglichener Temperaturbilanz zu Ende. Bis zu Beginn der letzten Aprilwoche war die Temperatur im Hauptfr√ľhlingsmonat nicht nur knapp ein Grad hinter dem Durchschnitt der Jahre zur√ľck geblieben, sondern es war sogar auch noch rund ein Grad k√§lter als im vorangegangenen, freilich au√üergew√∂hnlich warmen Lenzmonat M√§rz. Erst in den letzten Monatstagen kam es zu einer rasanten Erw√§rmung auf weit √ľberdurchschnittliches Temperaturniveau, so dass das monatliche Klimamittel im Marburger Land letztlich doch noch leicht √ľberschritten wurde.

Am w√§rmsten war es am 28., wo in Marburg mit knapp 29 Grad sogar die 30-Grad-Marke nur knapp verfehlt wurde. Nach Wochen mit H√∂chsttemperaturen unter 20, h√§ufig sogar unter 15 Grad machte das Quecksilber von einem Tag auf den anderen einen Riesensatz nach oben und bescherte mit dem ersten Sommertag des Jahres fast schon einen so genannten "hei√üen Tag". Die k√§lteste Nacht wurde mit knapp unter minus 3 Grad am 1. registriert, unmittelbar √ľber dem Erdboden sank das Quecksilber an diesem Morgen sogar auf eisige 6 Grad unter Null. Aber auch zur Monatsmitte gab es in der Region noch mal empfindlichen Frost: So wurden im Ebsdorfergrund, an der Lahn und im Marburger Hinterland abermals Tiefstwerte um minus 3 Grad und Bodenfr√∂ste unter minus 5 Grad beobachtet.

Beim Niederschlag fiel der zweite Fr√ľhlingsmonat dagegen zumindest in der Stadt Marburg nicht sonderlich aus dem Rahmen: Mit knapp 44 Liter Regen pro Quadratmeter kamen rund 95 Prozent der monatlichen Sollmenge zusammen. Im Umland war die Bilanz dagegen meist weniger g√ľnstig. Teils kamen dort nur zwei Drittel des Klimamittels zusammen, der Grund: Die Niederschl√§ge fielen fast ausschlie√ülich in Form von kleinr√§umigen Schauern und die brachten teils erhebliche Unterschiede hinsichtlich den gefallenen Regenmengen. - Dennoch kam das feuchtk√ľhle Wetter der Pflanzenentwicklung meist zugute. Junge Saaten konnten gut auflaufen, wenngleich ihr Wachstum von den niedrigen Temperaturen wiederum etwas gehemmt wurde.

Der Mangel an Sonnenschein bremste die Entwicklung in der Natur dagegen schon recht deutlich aus. So blieb die Zahl der Sonnenscheinstunden im Marburger Land um rund ein Drittel hinter dem Mittel der Jahre zur√ľck, aber auch in anderen Teilen Deutschlands fiel die Bilanz kaum besser aus. Alles in allem geb√§rdete sich der diesj√§hrige Aprilmonat die meiste Zeit √ľber eher tr√ľb, ausgesprochen launisch und dazu - von den letzten Monatstagen abgesehen - auch noch ungem√ľtlich kalt.

Immerhin hat inzwischen wieder die helle Zeit des Jahres begonnen. So steht die Sonne im mittleren Deutschland Anfang Mai täglich schon wieder mehr als 14 Stunden am Himmel und bis zum Monatsletzten wird die Tageslänge auf rund 16 Stunden angewachsen sein. Gleichzeitig schrumpft die Dauer der Nächte wegen den im Sommer längeren Dämmerungsphasen auf nur wenige Stunden zusammen, wobei wegen der nach hinten verschobenen Sommerzeit vor allem die langen, hellen Abende vermehrt zu Unternehmungen ins Freie einladen.

Vom Wetter her w√§re nach dem langen Tiefdruckeinfluss der vergangenen Wochen l√§ngst wieder eine l√§ngere Sch√∂nwetterperiode f√§llig und wenn diese tats√§chlich kommen und dabei auch noch mit s√ľdlichen Winden einhergehen sollte, steht einem sonnigen und warmen Fr√ľhsommermonat nichts mehr im Wege. Allerdings pflegt ein warmer Mai lange Sonnentage oder gesellige Grillabende nicht selten auch schon wieder mit ersten, schweren Sommergewittern zu beenden, auch wenn der Monat selbst eigentlich noch zum ausgehenden Fr√ľhling geh√∂rt.

Marburg, am 30.04.2012

Herzlichst, Ihr J√ľrgen Vollmer
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