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Die Witterung in Marburg im Juli 2012
KĂŒhl, wenig Sonne und ziemlich nass
Zweiter klassischer SiebenschlÀfersommer in Folge

Juli 2012
Bilanz: Ausgesprochen nass mit 183,9 % Regen - kĂŒhl / Abweichung: -0,32 Grad
Mit einem Temperaturdefizit von gefĂŒhlt etlichen, gemessen letztlich allerdings nur 0,3 Grad, einem Sonnenscheinminus von 10 Prozent und einem RegenĂŒberschuss von mehr als 80 Prozent gegenĂŒber den vieljĂ€hrigen Klimamittelwerten zeigte sich der heurige Julimonat kĂŒhl, hĂ€ufig unfreundlich und obendrein auch noch sehr nass. Angesichts zahlreicher trĂŒber Tage erinnerte er hĂ€ufig mehr an den Herbst, als an den Hochsommer. Erst im letzten Monatsdrittel setzte sich fĂŒr ein paar Tage die Sonne durch und entschĂ€digte mit Temperaturen ĂŒber 30 Grad fĂŒr den vorangegangenen Sommerfrust.

WĂ€rmster Tag der 27., wo in Marburg und Umgebung immerhin schweißtreibende 33 Grad gemessen wurden. KĂ€ltester Morgen war der 22. mit nur 7 Grad in der Stadt und Werten um 6 Grad im Ebsdorfergrund und im Hinterland. Unmittelbar ĂŒber dem Erdboden sank das Quecksilber an diesem Morgen in Marburg auf 5,6 und im Umland vielfach deutlich unter die 5-Grad-Marke. Vor allem zur besonders kĂŒhlen Monatsmitte blieben die Höchstwerte tagelang deutlich unter 20 Grad. Zudem gab es nur neun Sommertage (Tage mit Höchstwerten von mindestens 25 Grad), davon allerdings immerhin drei heiße Tage (mindestens 30 Grad).

Insgesamt fielen im Marburger Land 107 Liter Regen pro Quadratmeter, die HĂ€lfte davon allein am 13. und am 14. des Monats. Im vieljĂ€hrigen Durchschnitt fallen in der Region nur etwa 55 bis 60 Liter Regen pro Quadratmeter. Da es fast tĂ€glich regnete, bereitete vor allem das Fehlen lĂ€ngerer trockener Abschnitte den Landwirten wie schon im Vormonat große Probleme. Sowohl fĂŒr die Heuwerbung, als auch fĂŒr die zwischenzeitlich begonnene Getreideernte war es zu nass, Entspannung gab es erst in der trockenheißen, letzten Monatsdekade.

Aber auch Urlaubern und Daheimgebliebenen machte das vorausgegangene, unbestĂ€ndige Wetter im Hessenland arg zu schaffen. Vor allem der Mangel an Sonnenschein verdarb Vielen die Ferienzeit und weckte Sehnsucht nach mediterraneren VerhĂ€ltnissen. Die Badeseen blieben ebenso wie die wenigen wirklich trockenen Grillabende kĂŒhl, kurz: Der Juli entpuppte sich bereits zum zweiten klassischen SiebenschlĂ€fersommer in Folge, denn auch im vergangenen Jahr war es ausgerechnet im Juli besonders trĂŒb, kĂŒhl und feucht.

Und genau wie im Vorjahr bescherte der Hochsommermonat weltweit auch diesjahr wieder eine FĂŒlle von Wetterextremen. So breitete sich eine hartnĂ€ckige Hitzewelle ĂŒber weite Teile der USA bis nach Alaska und Kanada aus und entfachte nach wochenlanger DĂŒrre vielerorts verheerende Wald- und FlurbrĂ€nde. Aber auch auf der Polarinsel Grönland gebĂ€rdete sich der Sommer außergewöhnlich sonnig und warm: Selbst auf dem höchsten Punkt des Inlandeises in mehr als 3.000 Meter Höhe setzte Tauwetter ein, an den KĂŒsten wurden wiederholt Temperaturen um 20 Grad gemessen.

Ob sich nun wenigstens der August von einer freundlicheren Seite zeigen wird ist noch ungewiss. Zwar pflegt sich nach einem wechselhaften und eher kĂŒhlen Juli nicht selten freundliches und warmes Augustwetter einzustellen, doch im vergangenen Jahr ging diese spĂ€te SommerwĂ€rme z.B. nicht mit dem erhofften Plus an Sonnenschein einher. Damals mochte die wechselhafte Witterung erst im Lauf des FrĂŒhherbstmonats September zugunsten bestĂ€ndigen Schönwetters weichen.

Marburg, am 31.07.2012

Herzlichst, Ihr JĂŒrgen Vollmer
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