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Die Witterung in Marburg im Oktober 2013
Oft nass und kühl mit warmem Finale
Kaum goldene Tage dabei – Strengwinterspekulationen unseriös

Oktober 2013
Bilanz: Sehr nass mit 209 % Regen - ziemlich warm / Abweichung: + 1,9 Grad
Wer sich nach dem im September ausgebliebenen Altweibersommer wenigstens noch einen goldenen Oktober erhofft hatte, wurde in diesem Jahr leider enttäuscht. So konnte sich die Sonne im zentralen Herbstmonat nur vergleichsweise selten gegen dichte Wolken durchsetzen, die häufig auch mit kräftigem Regen und niedrigen Temperaturen einhergingen. So war der Oktober über weite Strecken erheblich zu trüb und zu nass. Erst im letzten Monatsdrittel drehte der Wind auf Süd und brachte warme Mittelmeerluft mit. In ihr stieg das Quecksilber vorübergehend sogar noch mal deutlich über die 20-Grad-Marke.

Wärmster Tag des Monats war der 22. mit stolzen 22,4 Grad in Marburg und vom Ebsdorfergrund bis zum Amöneburger Becken und immerhin noch knapp über 20 Grad im höher gelegenen Hinterland. Danach wurde es zwar nicht mehr ganz so warm, es blieb aber noch meist über 15 Grad mild, sodass die Durchschnittstemperatur des Oktobers trotz langen kühlen Phasen unterm Strich letztlich noch gut 1 1/2 Grad wärmer als im Mittel der Jahre ausfiel. Am kältesten war es übrigens am Morgen des 3. wo verbreitet leichter Frost beobachtet wurde. Selbst in Marburg sank das Thermometer auf fast minus 1 Grad, am Erdboden wurden dort minus 4 und im Umland sogar Werte um minus 5 Grad gemessen.

Ähnlich wie im Vormonat blieb die Zahl der Sonnenscheinstunden deutlich hinter dem Klimamittel zurück. Bis zum Ende der zweiten Monatsdekade kam erst die Hälfte der Sollstunden zusammen und nur dank etwas mehr Sonne im letzten Monatsdrittel wurde dann doch noch rund 80 Prozent des klimatischen Mittels erreicht. Passend zu der vorherrschend trüben Witterung erwies sich der Oktober auch als überaus nass. Der Regenüberschuss gegenüber dem Klimasoll betrug in Marburg mit gut 105 Liter pro Quadratmeter rund 110 Prozent, d.h. es regnete mehr als doppelt so viel, wie im Durchschnitt der Jahre. Bemerkenswert ist, dass mit knapp 40 Litern beinahe die Hälfte dieser Regensumme an nur einem einzigen, nassen Tag, am 4., vom Himmel kam.

Die Tageslänge ist inzwischen auf etwa 9 1/2 Stunden gesunken und nimmt bis Ende November auf nur noch wenig über 8 Stunden ab. Damit wird zumindest bei klarem Hochdruckwetter Nachtfrost wieder zum Normalfall und auch tagsüber bleibt es nun immer kühler. Erste Frühwintergrüße mit Schnee bis ganz runter sind nun wieder jederzeit möglich, aber auch feuchtmilde und windige oder auch durchgehend nebligtrübe Tage zählen zum Wetterrepertoire eines typischen Novembermonats.

Als wären derlei unerfreuliche Aussichten für alle Licht und Wärme liebenden Menschen nicht schon deprimierend genug, fehlt es auch in diesem Herbst mal wieder nicht an Mahnern und selbsternannten Propheten, die vollmundig verkünden zu müssen glauben, wir stünden vor einem "Jahrhundertwinter". Derlei Horrormeldungen tat die Regenbogenpresse unter Berufung auf einen gewissen Dominik Jung, seines Zeichens "Langfrist-Experte" des privaten Wetterdienstes "Wetter.net", jedenfalls schon im September kund.

Jung wiederum stützt seine schillernden Prophezeiungen dem Vernehmen nach auf ein erklärtermaßen experimentelles Computermodell des amerikanischen Wetterdienstes. Dieses berechnet täglich alle nur denkbaren Spielarten der Witterungsentwicklung für die nächsten neun Monate, korrigiert sich dabei aber Tag für Tag aufs Neue. So kommt es, dass sich diese Experimentalberechnung von einem Tag auf den anderen in ihr glattes Gegenteil zu verkehren pflegt. Wird an einem Tag womöglich ein extremer Eiswinter berechnet, setzt das Programm meist schon am nächsten Tag wieder auf mildes Atlantikwetter, nur, um am übernächsten Tag womöglich genau ins Klimamittel zurückzukehren: Ein Computer-Experiment eben, das jeden Tag neue Schnappschüsse des Systems Wetter-Chaos liefert, nicht mehr, aber auch nicht weniger ...

Auch deshalb lassen sich Jungs regelmäßig wiederkehrende Jahreszeiten-"Prognosen" nur als haltlose Spekulationen werten, die einzig darauf zielen, mit quotensteigernden Schlagzeilen die Sensationsgier der Journaille zu bedienen. Mit seriöser Witterungsvorhersage haben solche Verkündigungen jedoch nicht mehr zu tun, wie etwa die Muster im morgendlichen Kaffeesatz mit dem Magnetfeld der Erde.

Marburg, am 31.10.2013

Herzlichst, Ihr Jürgen Vollmer
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