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Die Witterung in Marburg im Januar 2014
Hochwintermonat im Fr√ľhlingsgewand
Extrem warmer Januar bei uns - Arktischer Eiswinter in Nordamerika

Januar 2014
Bilanz: Leicht √ľberdurchschnittlich feucht mit 118 % Regen - au√üergew√∂hnlich mild Abweichung: +3,97 Grad
Mit einer Durchschnittstemperatur von fast 4 Grad war der heurige Januar au√üergew√∂hnlich mild. Das Temperaturplus gegen√ľber dem langj√§hrigen Durchschnitt betrug vier Grad. Deutschlandweit war dies einer der w√§rmsten Januarmonate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor mehr als 100 Jahren. Fl√§chendeckend vergleichbar warm war der Januar zuletzt nur in den Jahren 2008 und 2007 und davor erst wieder im Jahre 1975.

W√§rmster Tag bei uns war der 8., wo in Marburg 13 und im Hinterland immerhin noch 11 Grad plus gemessen wurden. K√§ltester Morgen war der 13. mit minus 2 Grad in der √ľblichen Messh√∂he von zwei Metern √ľber Grund und minus 5 Grad unmittelbar √ľber dem Erdboden. Dabei war das Quecksilber insgesamt nur in neun N√§chten geringf√ľgig unter den Gefrierpunkt gesunken. Nur dank eines vergleichsweise k√ľhlen Witterungsabschnittes in den letzten Monatstagen fiel der W√§rme√ľberschuss des Monats nicht noch deutlich gr√∂√üer aus: Bis zum 24. betrug das Temperaturplus noch fast f√ľnf Grad.

Die Niederschlagssumme lag dagegen mit 55 Litern in Marburg und dem Ebsdorfergrund und rund 65 Litern im Hinterland leicht √ľber dem Klimamittel. Diese Menge entsprach etwa 120 Prozent und lag damit um rund ein F√ľnftel √ľber den monatlichen Sollbetr√§gen. Diese Abweichung bewegt sich allerdings durchaus noch im Bereich der normalen Schwankungsbreite und liegt daher immer noch innerhalb des klimatischen Normalbereiches.

Auch die Zahl der Sonnenscheinstunden bewegte sich vollauf im Bereich der klimatischen Mittelwerte: Mit knapp 37 Stunden wurden 102 Prozent der Sollstunden registriert, wobei sich die Sonne vor allem in der ersten Monatsh√§lfte h√§ufiger zeigte, w√§hrend es nach Monatsmitte l√§ngere Zeit ziemlich tr√ľb blieb. Der Januar 2014 war also unterm Strich ausgewogen sonnig und leicht durchschnittlich feucht, dabei aber h√§ufig extrem mild.

Die Natur reagierte auf das gro√üe W√§rmeangebot mit einem au√üerordentlich fr√ľhen Bl√ľhbeginn vieler Fr√ľhjahrsgew√§chse. So begannen die ersten Haselk√§tzchen in klimatisch g√ľnstigen Lagen schon in den ersten Tagen des neuen Jahres ihre Pollen auszustreuen, ein Umstand, der bei Pollenallergikern so fr√ľh wie lange nicht mehr die allj√§hrliche Leidenszeit beginnen lie√ü. Aber auch die Erlenpollen lie√üen nicht lange auf sich warten und begannen noch vor der Monatsmitte auszuschw√§rmen. Die Folge: Tr√§nende Augen und triefende Nasen machten es den Betroffenen schwer, sich an der ebenfalls viel zu fr√ľh im Jahr sprie√üenden Bl√ľtenpracht von Schneegl√∂ckchen und anderen Fr√ľhlingsboten so recht zu erfreuen.

Dennoch gilt: So au√üergew√∂hnlich der Witterungsverlauf dieses Hochwinters in Europa auch gewesen sein mag, die Natur strebt immer nach Ausgleich. Dies konnte man im heurigen Winter eindrucksvoll in Kanada und weiten Teilen der USA erleben. Auch dort waren rekordverd√§chtige Temperaturen an der Tagesordnung, anders als bei uns jedoch im negativen Bereich. So l√§hmten dort gleich mehrere extreme K√§ltewellen in Folge mit Temperaturen bis unter minus 30 Grad das √∂ffentliche Leben und lie√üen selbst die Gro√üen Seen an der Grenze zwischen Kanada und den USA weitgehend zufrieren. Sogar die ber√ľhmten Niagaraf√§lle erstarrten teilweise unter dem eisigen Zugriff des arktischen Frostes.

Und noch ein weiteres Temperaturextrem machte im Januar Schlagzeilen: Tagelange Backofenhitze mit √ľber 40 Grad im Schatten entpuppte sich im S√ľden Australiens zur extremsten Hitzewelle seit √ľber 100 Jahren! Auch nachts k√ľhlte es teils kaum unter 30 Grad ab. - Dennoch ist dies nun nicht ganz so au√üergew√∂hnlich, wie man vielleicht vermuten mag, denn dort ist derzeit immerhin Hochsommer.

Marburg, am 31.01.2014

Herzlichst, Ihr J√ľrgen Vollmer
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