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Die Witterung in Marburg im Juni 2014
Sehr trocken und durchschnittlich warm
Verheerende Pfingstunwetter verfehlten die Region nur um Haaresbreite

Juni 2014
Bilanz: Sehr trocken mit nur 32 % Regen - normal warm / Abweichung: +0,2 Grad
Nach dem nassen Maimonat zeigte sich der Juni im Marburger Land wieder von einer sehr trockenen Seite. So kam mit knapp 21 Litern pro Quadratmeter nur gut 30 Prozent der durchschnittlichen monatlichen Niederschlagsmenge zusammen. √Ąhnlich trocken war es zuletzt im April. Diese sp√§rliche Regenspende verteilte sich auf nur acht Regentage, wovon aber allein 8 Liter am Monatselften fielen. Im Umland sah es mit der Regenbilanz regional etwas besser aus, je nachdem welche Zugbahn die lokal eng begrenzten Gewitterg√ľsse an diesem Tag genau genommen hatten. Unterm Strich blieb es jedoch auch im Ebsdorfergrund und im Hinterland viel zu trocken.

Bei der Zahl der Sonnenscheinstunden zeigte sich der erste Sommermonat dagegen sehr ausgewogen. Mit rund 206 Sonnenstunden entsprach die Sonnenscheindauer fast genau dem im klimatischen Junimittel. Die Abweichung war mit + 1,5 Prozent im Marburger Land nur marginal. Deutlich sonniger war es dagegen im s√ľdlichen Deutschland, wo regional bis um 300 Sonnenstunden zusammenkamen.

Auch bei den Temperaturen zeigte sich der Juni unterm Strich ausgewogen. Mit durchschnittlich 16,5 Grad war es nur geringf√ľgig w√§rmer als im Mittel der Jahre. Die positive Abweichung betrug 0,2 Grad und lag damit vollauf im Normalbereich. Dennoch verbergen sich hinter diesem Durchschnittswert teils extreme Temperaturgegens√§tze, die aber, weil sie sich bis zum Monatsende gegenseitig ausgleichen konnten, in der Gesamtbilanz nicht mehr ins Auge fallen.

Hei√üeste Tage des Jahres waren die beiden Pfingstfeiertage mit jeweils gut 32 Grad in Marburg und im Ebsdorfergrund und immerhin noch knapp √ľber 30 Grad im k√ľhleren Hinterland, und das nur drei Tage nach dem k√§ltesten Morgen des Monats. Noch am 6. hatte das Thermometer in der Fr√ľhe in Marburg kaum 6 und im Umland nicht mal 5 Grad angezeigt. Direkt √ľber dem Boden war es sogar noch ein paar Grad k√§lter: In Marburg wurden dort innerst√§dtisch nur 3 Grad gemessen und an exponierten Orten des Umlandes d√ľrfte es vereinzelt durchaus sogar Reif gegeben haben.

Unterm Strich brachte es der heurige Juni auf acht sogenannte "Sommertage", also Tage an denen die H√∂chstwerte mindestens 25 Grad erreichen. Und drei aufeinanderfolgende Tage davon waren dank der kurzen, aber sehr heftigen Hitzewelle zu Pfingsten sogar "hei√üe" Tage mit mehr als 30 Grad. Zum H√∂hepunkt dieser Hitzewelle k√ľhlte es selbst nachts kaum unter 20 Grad ab. Hinzu kam auch noch eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, so dass diese Zeit meist als unertr√§glich schw√ľl empfunden wurde.

Bemerkenswert ist zudem, dass sich die extreme Schw√ľle letztlich in verheerenden Unwettern entlud, die unsere Region gl√ľcklicherweise verfehlten. So kam es an allen drei Hitzetagen im westlichen und n√∂rdlichen Deutschland zu schweren Gewittern, die von sintflutartigen Regenf√§llen, gro√üem Hagel und schweren Sturmb√∂en begleitet wurden. H√∂hepunkt dieser f√ľr mitteleurop√§ische Verh√§ltnisse schon au√üergew√∂hnlich lang andauernden Unwetterserie bildete am Pfingstmontag ein sogenanntes "Bow Echo", eine bogenf√∂rmige Schwergewitterkette, die fast ganz Nordrhein-Westfalen √ľberdeckte.

Dabei walzten extreme Orkanb√∂en von mehr als 140 Stundenkilometer im Ruhrgebiet ganze W√§lder und Stadtparks nieder. Im Gro√üraum D√ľsseldorf und Essen wurde jeder vierte Baum besch√§digt oder entwurzelt. D√§cher wurden abgedeckt, die Oberleitungen von Bahntrassen zerst√∂rt, Autobahnen, aber auch Stra√üen inmitten von Wohngebieten v√∂llig blockiert, Autos von umst√ľrzenden B√§umen begraben und Passanten verletzt. Sechs Menschen verloren ihr Leben. Angesichts der geradezu apokalyptischen Dimensionen dieses extrem zerst√∂rerischen Unwetters k√∂nnen wir von Gl√ľck sagen, dass seine gewaltigen Wolkent√ľrme unsere Region gerade noch so eben um Haaresbreite verfehlt hatten.

Marburg, am 30.06.2014

Herzlichst, Ihr J√ľrgen Vollmer
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