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Die Witterung in Marburg im September 2014
Wechselhaft, aber trocken und recht warm
Drohen durch Vulkanausbruch auf Island Klimakapriolen?

September 2014
Bilanz: Trocken mit 77,2 % Regen - ziemlich warm / Abweichung: +1,49 Grad
Nach dem insgesamt eher unfreundlichen und kühlen August zeigte sich der September zumindest bei den Temperaturen wieder versöhnlich: Zwar brachte es der erste Herbstmonat nur auf einen einzigen sogenannten Sommertag, also einen Tag, an dem die Höchsttemperatur mindestens 25 Grad erreicht, doch lag die Monatsdurchschnittstemperatur dank einer Fülle über 20 Grad warmer Tage und milder Nächte immerhin eineinhalb Grad über dem Klimamittel.

Wärmster Tag des Monats war der 6. mit sommerlichen 26,7 Grad in Marburg, ebenfalls knapp 27 Grad im Ebsdorfergrund sowie im Amöneburger Becken und immer noch gut 25 Grad im kühleren Hinterland. Kältester Morgen war dagegen der 23. mit knapp 6 Grad in der "Wärmeinsel" Marburg und sogar nur 3 bis 4 Grad im Umland. Am Erdboden sank das Quecksilber an diesem Morgen in der Stadt auf 4 Grad und in exponierten Lagen der Region schlitterte man sogar nur knapp am Bodenfrost vorbei. Obwohl erste Bodenfröste für das letzte Septemberdrittel nicht ungewöhnlich sind, fühlte sich der Temperatursturz von kurz zuvor noch 23 Grad in warmer Spätsommerluft überaus heftig an.

Grund der markanten Abkühlung pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang war ein Vorstoß polarer Kaltluftmassen aus dem Seegebiet östlich von Grönland. Zuvor führte feuchtwarme Mittelmeerluft die Wetterregie, in deren Bereich noch am 20. teils heftige Gewittergüsse auch Marburg getroffen hatten. War der Septembermonat bis dahin noch ausgesprochen trocken gewesen, fielen an diesem Tag in kurzer Zeit fast 24 Liter Regen pro Quadratmeter und damit rund zwei Drittel der Gesamtregensumme des Monats. Dennoch reichte dies noch nicht aus, um das aufgelaufene Defizit auszugleichen: Mit knapp 38 Liter konnten nur 77 Prozent des monatlichen Regensolls verzeichnet werden, das heißt der September war immer noch deutlich trockener als im Mittel der Jahre.

Eher spärlich fiel auch die Ausbeute beim Sonnenschein aus. So summierte sich die Zahl der Sonnenstunden in der Region nur auf etwa 80 Prozent des Klimasolls. Allerdings pflegt der meteorologisch gesehen erste Herbstmonat nicht nur aus meteorologischen, sondern auch aus astronomischen Gründen längst nicht mehr so viele Sonnenstunden hervorzubringen, wie die vorangegangenen, hellen Hochsommermonate. Am 23., dem kalendarischen Herbstanfang, war die sogenannte Tagundnachtgleiche, was bedeutet, dass Tag und Nacht an diesem Tag - astronomisch betrachtet - an jedem Ort der Erde mit je 12 Stunden gleich lang sind. Alleon wegen der Dämmerungszeiten vor Sonnenauf- und nach Sonnenuntergang haben die Abschnitte mit Tageslicht gegenüber den dunklen Stunden noch ein deutliches Übergewicht.

Recht beunruhigende Nachrichten waren im September von der mehr als 2.000 Kilometer entfernten Nordmeerinsel Island zu vernehmen: Dort war bereits Ende August der Gletschervulkan Bardarbunga ausgebrochen und hatte binnen wenigen Wochen mehr Lava ausgestoßen, als jede andere Eruption auf der Insel seit 150 Jahren. Anders als bei dem spektakulären Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahre 2010, dessen Aschewolken den Luftverkehr europaweit wochenlang lahmgelegt hatten, blieben gravierende Folgen für die Luftfahrt allerdings aus. Der Grund: Statt Asche setzte die Eruption vornehmlich vulkanische Gase wie etwa Schwefeldioxid (SO2) frei, das zwar giftig, für die Luftfahrt jedoch ohne Bedeutung ist.

Auch hinsichtlich etwaiger Folgen für unser Klima ist der Vulkanausbruch einstweilen noch folgenlos. Denn mangels einer explosiven Eruption, die das Schwefeldioxid so hoch in die Atmosphäre hinaufschleudern würde, dass es die Sonneneinstrahlung mindern könnte, bewegt es sich einstweilen nur in bodennahen Luftschichten, wo es noch leicht vom Regen ausgewaschen werden kann. Sollte sich der Ausbruch in den nächsten Wochen aber noch in eine große und länger andauernde, explosive Eruption umwandeln, müssten wir uns wegen des enormen Potenzials der dabei frei werdenden, klimarelevanten Vulkangase mittelfristig womöglich doch noch auf eine dann mehrjährige, spürbare Abkühlung unseres Klimas einstellen.

Marburg, am 30.09.2014

Herzlichst, Ihr Jürgen Vollmer
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