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Die Witterung in Marburg im April 2015
Sonnig und deutlich zu trocken
Trotz kalten Nächten etwas wärmer als im Schnitt

April 2015
Bilanz: Deutlich zu trocken mit 73 % Regen - etwas wärmer als im Mittel / Abweichung: +0,9 Grad
Nachdem der März in seinen letzten Tagen doch noch reichlich Regen gebracht und so die vorangegangene Trockenheit kurzfristig ausgeglichen hatte, bescherte der April erneut über lange Zeit hinweg außergewöhnliche Trockenheit. So kam bis zum 26. im Marburger Umland nicht mal ein Drittel des normalen monatlichen Regensolls zusammen. Meist fielen nur 10 bis 15 Liter Regen pro Quadratmeter, nur im Hinterland war es mit 20 bis 30 Liter ein bisschen feuchter. Gleichwohl lag die Region im Landestrend: Auch deutschlandweit wurde im Mittel nur etwa ein Drittel der langjährigen, durchschnittlichen Niederschlagsmengen registriert. Erst in den letzten Monatstagen brachten zwei kurz aufeinanderfolgende, kräftige Tiefs soviel Regen, dass das Niederschlagsdefizit noch deutlich verringert wurde.

Trotzdem erreichte die klimatische Wasserbilanz nur knapp drei Viertel der Sollwerte, sodass die Trockenheit in der Natur noch kein Ende fand. Dort bestand vielerorts sogar schon große Wald- und Flurbrandgefahr und in Teilen der Landwirtschaft musste längst künstlich bewässert werden. Die trockensten Gebiete Deutschlands waren kurioserweise die sonst eher feuchten Küstenregionen, auf Helgoland wurden gerade einmal 15 Liter Regen gemessen! Etwas glimpflicher kam der Alpenrand davon, wo es im Allgäu immerhin für eine leicht überdurchschnittliche Regenmenge reichte.

Ursache der trockenen Witterung waren wie schon im März beständige Hochdruckgebiete, die immer wieder über Mitteleuropa vor Anker gingen und die Regenwolken von Tiefausläufern die meiste Zeit auf Distanz hielten. So wundert es kaum, dass die Zahl der Sonnenscheinstunden im ganzen Land teils sogar weit überdurchschnittlich ausfiel: So wurde das Sonnenschein-Soll in der Region mit über 190 Stunden um fast ein Viertel überschritten, landesweit waren es knapp sogar mehr als 140 Prozent.

Nach alledem wundert es kaum, dass der April in diesem Jahr auch wieder wärmer ausfiel als im Durchschnitt der Jahre. Zwar lag die positive Abweichung mit 0,9 Grad im Marburger Land nur wenig über dem langjährigen Mittelwert, aber in anderen Landesteilen war es teils deutlich wärmer als im Mittel der Jahre und wieder zählten ausgerechnet die Küstenregionen zu den wärmsten Gebieten. Wärmster Tag bei uns war der 15., wo in Marburg zum ersten Mal in diesem Jahr die 25-Grad-Marke knapp überschritten wurde. Kältester Morgen war dagegen der 7. mit minus 2 bis minus 3 Grad in der Stadt und bis zu minus 5 Grad in den besonders kälteanfälligen Regionen des Umlands. Insgesamt gab es noch zahlreiche Reifnächte, Frost in der üblichen Messhöhe von zwei Meter über Grund wurde in Marburg aber nur noch in sieben Nächten registriert.

Eine meteorologische Besonderheit sei hier noch erwähnt, auch wenn sie sich bereits am 31. März, also unmittelbar vor dem Start des heurigen Aprilmonats ereignet hatte: Der Sturm NIKLAS! Während das Marburger Land bei dessen Passage nämlich noch einigermaßen glimpflich davonkam, entpuppte er sich in weiten Landesteilen als der stärkste und schadenträchtigste Frühjahrssturm seit dem Wüten des berüchtigten Orkanes KYRILL im Januar 2007. NIKLAS warf Baukräne und Gerüste um, entwurzelte landesweit unzählige Bäume, deckte Dächer ab und sorgte stundenlang für Chaos auf dem Schienennetz der Bahn. In München musste sogar der Hauptbahnhof geschlossen werden, nachdem Orkanböen Teile der Dachkonstruktion beschädigt und auf die Bahnsteige geschleudert hatten. Die Schäden des Sturms werden auf rund 750 Millionen Euro geschätzt und wir können uns einmal mehr glücklich schätzen, dass der Sturm unsere Region einigermaßen verschont hat.

Marburg, am 30.04.2015

Herzlichst, Ihr Jürgen Vollmer
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