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Die Witterung in Marburg im Juni 2015
Normal warm und sonnig, aber sehr trocken
Folgt hartn√§ckiger Fr√ľhjahrsd√ľrre ein Hitzesommer?

Juni 2015
Bilanz: Sehr trocken mit nur 39,9 % Regen - leicht √ľber dem Klimamittel / Abweichung: +0,4 Grad
Wer gehofft hatte, dass sich das Blatt m√∂glicherweise noch wenden w√ľrde, indem ergiebige Regeng√ľsse die bis zum 22. Juni in der Region herrschende, extreme D√ľrre in den letzten Monatstagen wenigstens etwas entsch√§rfen w√ľrden, wurde entt√§uscht. Das himmlische Nass kam zu sp√§t und im Marburger Land obendrein auch noch zu sp√§rlich und war bis zum Monatsende unter dem Einfluss einer aufsteigenden, hochsommerlichen Hitzewelle l√§ngst wieder verdunstet. Die meisten Feldfr√ľchte haben durch die monatelange Fr√ľhjahrsd√ľrre irreparable Sch√§den erlitten und sind jetzt zu schwach, um sich in der laufenden Saison noch erholen zu k√∂nnen. Erhebliche Ernteausf√§lle und empfindliche Qualit√§tseinbu√üen sind daher selbst im Falle g√ľnstiger werdender Hochsommerwitterung nicht mehr zu vermeiden.

Blicken wir auf die Fakten: Der Juni 2015 war leicht √ľberdurchschnittlich warm und die Zahl der Sonnenscheinstunden entsprach fast genau dem langj√§hrigen Mittel. Ersten hei√üen Tagen gleich nach dem Monatsstart folgte ein leicht wechselhafter, aber meist angenehm warmer Abschnitt, bevor nach der Monatsmitte eine ausgepr√§gte Schafsk√§lte die Regentschaft √ľbernahm. Hei√üester Tag war der 5. wo in Marburg sowie im nahen Umland knapp √ľber 33 Grad gemessen wurden. Aber auch im Hinterland wurde die 30-Grad-Marke geknackt. K√§ltester Morgen war der 17. mit nur 5 Grad in der Stadt. In den K√§ltel√∂chern der Region wurde an diesem Tag dicht √ľber dem Erdboden sogar nur um Haaresbreite der Gefrierpunkt verfehlt.

Bis dahin war es mit kaum 5 Litern Regen pro Quadratmeter √ľberall in der Region staubtrocken. Fl√§chen die nicht k√ľnstlich beregnet wurden trockneten aus, flach wurzelnde Gew√§chse verdorrten und Rasenfl√§chen in Parks oder G√§rten wurden in einem Ausma√ü braun, wie zuletzt im Hitzesommer 2003. Zwar zogen in den Tagen um den kalendarischen Sommeranfang herum √∂fter Regenwolken durch, doch brachten sie nur den ber√ľhmten Tropfen auf dem hei√üen Stein: So summierte sich die monatliche Gesamtbilanz nur noch auf 26 Liter, was kaum 40 Prozent des √ľblichen Junimittelwertes entsprach. Die in mehreren kleinen Portionen gefallene Regenspenge reichte nur f√ľr eine Anfeuchtung der obersten Bodenschichten, die vom Wind rasch wieder getrocknet wurden. Und die zum Monatsende begonnene W√§rmeperiode f√ľhrte durch hohe Verdunstungsraten zu einer raschen Wiederversch√§rfung der nur kurz etwas gemilderten D√ľrre, die Lage ist sehr ernst.

M√∂glicherweise im Juli lokal niedergehende Gewitterg√ľsse d√ľrften daran nur wenig √§ndern, denn die ausgetrockneten B√∂den k√∂nnen heftigen Platzregen gar nicht mehr aufnehmen. Statt zu versickern flie√üen solche Wasserfluten meist oberfl√§chlich ab, wobei sie in der Regel durch Verschwemmungen der Bodenkrume mehr Schaden anrichten, als etwa zu nutzen. Denn Schlamm aus abgeschwemmter Erde verschlie√üt alle Poren des Bodens und trocknet schnell wieder aus. Dabei bilden sich steinharte, von Trockenrissen durchzogene Krusten, auf denen der n√§chste Regen umso schneller abflie√üen kann.

Ungeachtet dieser bereits angespannten Lage schickt sich der gerade begonnene Hochsommer an, uns nun auch noch Hitze im √úberfluss zu bescheren: Denn nach der sogenannten Siebenschl√§ferregel, die nicht am 27. Juni, sondern an der Witterungsentwicklung der ersten Julitage Ma√ü zu nehmen pflegt, kommt einer Umstellung der Gro√üwetterlage in dieser Zeit auch eine recht gro√üe Bedeutung zu: Denn die sich dann einspielende Witterung weist in zwei von drei Jahren eine hohe Erhaltungsneigung auf. Schl√§gt das Wetter also von k√ľhler zu hei√üer Witterung um, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich auch ein insgesamt hei√üer Hochsommer durchsetzen kann. Kann sich Sommerwetter Anfang Juli dagegen nicht halten und weicht wieder wechselhafter oder gar feuchter Witterung, l√§uft auch die weitere Tendenz - wie in den vergangenen Jahren - eher auf einen durchwachsenen Sommer hinaus.

Angesichts der au√üergew√∂hnlichen D√ľrre des bisherigen Jahres w√§re letztgenanntes Szenario in diesem Jahr sogar h√∂chst w√ľnschenswert, bleibt aber voraussichtlich chancenlos. Denn allen Verk√ľndigungen unseri√∂ser Berufskollegen zum Trotz, die bereits im April einen feuchtk√ľhlen "Gruselsommer" ausgerufen hatten, schickt sich zumindest der Juli 2015 dieser Tage gerade an Klimageschichte zu schreiben: Mit einer ungew√∂hnlich dauerhaften und extremen Hitzewelle k√ľndigen sich derzeit die h√∂chsten Sommertemperaturen seit Jahren an ...

Marburg, am 30.06.2015

Herzlichst, Ihr J√ľrgen Vollmer
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