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Die Witterung in Marburg im September 2015
Feucht und unterdurchschnittlich kühl
Nordatlantik ungewöhnlich kalt – Schwächelt der Golfstrom?

September 2015
Bilanz: Feucht mit 134,4 % Regen - kühl / Abweichung: -1,11 Grad
Der Absturz in den Herbst kam plötzlich: Unmittelbar nach einer letzten Hitzewelle Ende August fielen die Temperaturen im Marburger Land gleich Anfang September auf unterdurchschnittliches Niveau und verharrten dort weite Teile des Monats. Gleichzeitig tummelten sich reichlich Wolken am Himmel und schickten die Sonne immer wieder auf Tauchstation. Immerhin brachten sie öfter auch Regen mit, sodass sich die Natur vom vorangegangenen Hitzestress gut erholen konnte.

Erstmals seit genau einem Jahr war die Durchschnittstemperatur eines Monats wieder zumindest leicht unterdurchschnittlich. Sie lag mit 12,8 Grad etwas mehr als ein Grad unter dem Klimamittel. Wärmster Tag war in Marburg der 12. mit knapp 23 Grad. Im Hinterland reichte es nur für 21 Grad. Dafür war es dort am 1. September mit 22 Grad am wärmsten. Kühlster Morgen war der 28. wo in Marburg frische 3,2 Grad gemessen wurden. Unmittelbar über dem Boden sank das Quecksilber am Morgen dieses Tages in der Stadt sogar auf nur noch 1,7 Grad, im Umland gab es regional ersten Bodenfrost mit Reif.

Die Niederschlagssumme übertraf mit rund 66 Liter pro Quadratmeter in Marburg und 75 Liter im Hinterland die klimatischen Mittelwerte um ein gutes Drittel. Damit bilanzierte der Monat letztlich überall ziemlich feucht, fast sogar schon nass. Dementsprechend ließ sich die Sonne zunächst recht selten blicken und hatte bis zum Ende des zweiten Monatsdrittels noch nicht einmal die Hälfte der monatlichen Soll-Stunden erreicht. Nur dank eines ausgesprochen sonnigen Monatsendes brachte sie es letztlich doch noch auf immerhin rund 85 Prozent des durchschnittlichen Sonnenscheins im September.

Interessantes ist dieser Tage vom Nordatlantik zu vermelden: Dort sind die Wassertemperaturen weiter Regionen und damit auch Teile des Golfstroms nördlich des 40. Breitengrades teils mehr als drei Grad kälter als im langjährigen Mittel zu dieser Jahreszeit. Über die Ursachen dieser rekordverdächtigen Meerestemperatur-Anomalie ist noch wenig bekannt. Grund zur Sorge besteht allerdings nicht: Auch in früheren Jahren war der Nordatlantik immer mal wieder kälter als im Durchschnitt, allerdings waren die Abweichungen deutlich geringer als in diesem Jahr.

Die Folgen für unser Wetter sind aber dennoch spürbar: Das Meer erwärmt die darüberliegende Luft weniger stark als in anderen Jahren, sodass die Luft, die bei Westwetterlagen nach Mitteleuropa weht, deutlich kühler ist als sonst. Zwar deutet sich zum Oktoberstart noch keine derartige Großwetterlage an, doch könnte sich dies im weiteren Verlauf des Herbstes rasch ändern. Denn sobald der kalte Atlantik erst einmal Einfluss auf die herbstliche Tiefdruck-Aktivität gewinnt, beeinflusst er fast automatisch auch die Witterungsentwicklung bei uns.

Atlantische Tiefs beziehen ihre Energie aus den Temperaturunterschieden zwischen den Tropen und den polaren Breiten. Dieser Unterschied besteht zwar auch im gegenwärtigen Herbst, doch ist noch völlig offen, ob der ausgeprägte Kaltwassergürtel dazwischen womöglich wie ein atmosphärischer Riegel wirken wird, der die Bildung starker Tiefdruckgebiete weit im Norden hemmt. Stattdessen könnten starke Tiefdruckgebiete weiter südlich entstehen als sonst und auch auf südlicheren Zugbahnen nach Europa ziehen. Ob und welche Auswirkungen dies für unser Wetter im Herbst und im Frühwinter haben wird, ist zwar noch ungewiss, doch ist nicht ausgeschlossen, dass eine solche Konstellation mehr Sturmwetterlagen in unseren Breiten nach sich ziehen könnte, als gewohnt.

Marburg, am 30.09.2015

Herzlichst, Ihr Jürgen Vollmer
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