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Die Witterung in Marburg im Dezember 2015
Rekordwarm und viel zu trocken
2015 war nicht ganz so warm wie 2014 – Ist der Klimawandel nun da?

Dezember 2015
Bilanz: Ungewöhnlich trocken mit nur 55 % Regen - extrem warm / Abweichung: +5,3 Grad
Mit einem rekordwarmen Dezember ist das Jahr 2015 zu Ende gegangen. Der Temperaturüberschuss im Marburger Land gegenüber dem langjährigen Klimamittel betrug extreme knapp fünfeinhalb Grad, in einigen Teilen Deutschlands war es sogar bis zu sieben Grad wärmer. Gleichzeitig blieb es auch noch viel zu trocken. Mit nur etwa der Hälfte des monatsüblichen Niederschlagssolls, immerhin aber einer leicht positiven Sonnenscheinbilanz hätte der heurige Adventsmonat selbst dem Frühlingsmonat März noch alle Ehre gemacht: Im Mittel der Jahre ist es im Lenzmonat immerhin noch gut zwei Grad kühler als im vergangenen, in Marburg durschnittlich fast 6 1/2 Grad milden Dezember.

Von Winterwetter gab es dabei nicht die leiseste Spur: Am kältesten war es in der meist sternklaren Nacht zum 29., wo in Marburg minus 1,6 und im Umland knapp minus 3 Grad gemessen wurden. Nur unmittelbar am Erdboden war es noch ein bisschen frostiger. An den meisten Dezembertagen war der Eiskratzer jedoch entbehrlich und tagsüber verwöhnten oft laue 10 Grad und mehr. Wärmster Tag war der zweite Weihnachtstag mit stolzen 13,3 Grad. Selbst auf den Kuppen der heimischen Berge wurden noch zweistellige Werte registriert. Ähnlich warm war es zuvor bereits am 7. und am 17. Dezember gewesen, wo in Teilen des Südens bei strahlendem Sonnenschein bis zu 18 Grad gemessen worden waren.

Gleichzeitig blieb es ungewöhnlich trocken: Mit nicht mal 35 Liter Regen pro Quadratmeter reichte es nur für gut die Hälfte des normalen Niederschlagssolls und daran änderten auch die wenigen, durchweg trüben und nassen Tage nicht viel. Immerhin lag die Zahl der Sonnenstunden in der Region leicht über dem Klimamittel. Nebel- und Hochnebelfelder verhinderten entlang von Lahn und Ohm, dass die Sonne - wie in den meisten anderen Landesteilen - sogar weit überdurchschnittlich häufig zum Vorschein kam: In großen Teilen Süddeutschlands schien sie sogar mehr als doppelt so lang wie im Mittel der Jahre. Nach Angaben des DWD wurden örtlich sogar bis zu 400 Prozent der "normalen" Sonnenscheindauer registriert. Das wirkte sich auch auf die Natur aus. So reagierten viele Gewächse auf die außergewöhnlich frühlingshafte Witterung mitten im Winter mit weit vorzeitigem Wachstumsbeginn: Zahlreiche Blüten und erste Haselpollen schon zur Monatsmitte waren die Folge.

Jahr 2015
Bilanz: Das Jahr 2015 war mit kaum 85 Prozent der klimatischen Niederschlagssumme ziemlich trocken und zudem deutlich wärmer als "normal" / Abweichung: knapp +1,47 Grad

Trotz diesem Paukenschlag zum Jahresende war das Jahr 2015 mit einem Temperaturplus von knapp eineinhalb Grad nicht ganz so warm wie das Vorjahr, wo der Temperaturüberschuss mehr als zwei Grad betragen hatte. Und das trotz der extremen Sommerhitze, die mit einer Spitzentemperatur von 38,5 Grad am 4. Juli nicht nur im Marburger Land Klimageschichte schrieb. Auch fiel das Jahr mit kaum 85 Prozent des klimatischen Niederschlagssolls deutlich zu trocken aus. Das Regendefizit in der Region summierte sich übers Jahr auf rund 100 Liter pro Quadratmeter. Das Minus in den Böden war sogar noch deutlich größer, weil es bereits im Frühjahr kaum geregnet hatte und die nur spärliche Bodenfeuchte in den heißen Monaten der erhöhten Verdunstung zum Opfer fiel. So ging das Jahr über viele Monate hinweg mit einer ausgeprägten Dürre einher, die erst zum Spätsommer ein Ende fand.

Aber wie sind die immer wiederkehrenden Rekordwetterlagen dieses Jahres vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung zu werten? Sind sie noch zufällige Ausreißer, wie sie immer mal wieder auftreten können oder - wie in den Medien dieser Tage immer wieder zu lesen oder zu hören - bereits unausweichliche Folge eines begonnenen und unaufhaltsamen Klimawandels?

Bedenkt man, dass heuer nicht nur der größte Teil Europas, sondern auch der komplette Osten der USA mit Teilen Kanadas, weite Teile Russlands sowie fast die gesamte Arktis von ungewöhnlichen, positiven Temperaturabweichungen betroffen sind und dass diesen Wärmeüberschussregionen weitaus kleinere Flächen mit negativen Abweichungen gegenüber stehen, könnte man durchaus geneigt sein, diese Frage mit "Ja" zu beantworten: Mit Blick auf die drei jüngsten Jahrzehnte kann man eine begonnene Klimaerwärmung gegenüber dem vorangegangenen 30-Jahres-Zeitraum wohl nur noch dann bestreiten, wenn man die gebräuchlichen Basiszeiträume für Aussagen zum Klima komplett umdefiniert. Es ist allerdings zu bezweifeln, dass dies eingedenk der Dauer eines Menschenlebens auch zweckmäßig ist.

So bleibt zu klären, woher die Impulse für die Veränderungen kommen und wie sie sich aufschlüsseln, sprich: welchen Anteil menschliches Wirken an dem unbestreitbaren Wandel tatsächlich hat und in welchem Umfang sie auf das Wirken langwelliger Klimaimpulse zurückgehen, die schon immer auf unserem Planeten wirksam gewesen sind und allein wegen den viel zu kurzen Messreihen der Klimawissenschaften bisher noch nicht mal im Ansatz wahrgenommen, geschweigedenn verstanden werden konnten.

Leider ist zu befürchten, dass dieser Frage vor dem Hintergrund des Pariser Klimaabkommens und der dort propagierten Alleinschuld anthropogenen Wirkens nicht länger die gebotene, wissenschaftliche Neutralität entgegengebracht werden wird. Zu groß ist die Verlockung derer, die an Maßnahmen zum sogenannten "Klimaschutz" verdienen, gerade jetzt - nach einem in vielen Erdteilen aus noch längst nicht in allen Aspekten geklärten Gründen rekordwarmen Jahr - durchzumarschieren zu einer Klientelpolitik der Klimaindustrie, einer Industrie, die nichts geringeres vorgibt, als unser Klima nicht nur in all seinen Facetten verstanden zu haben, sondern dessen Bahnen auch noch nach eigenem Gutdünken lenken und sogar verändern zu können ...

Welch' vermessener Anspruch, den die Klimawirklichkeit künftiger Generationen mit einiger Sicherheit wohl Lügen strafen wird, ganz gleich aus welchem Wirken und Treiben heraus sie sich letztendlich nährt.

Marburg, am 31.12.2015

Herzlichst, Ihr Jürgen Vollmer
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