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Die Witterung in Marburg im Januar 2016
Mild und feucht mit frostiger Einlage
Mischte "Monster-Tief" Arktis auf? - Journaille außer Rand und Band

Januar 2016
Bilanz: Recht nass mit 148 % Regen - sehr mild / Abweichung: +2,0 Grad
Trotz einer rund einwöchigen Einlage winterlichen Frostwetters ist das neue Jahr im Januar insgesamt mild an den Start gegangen. So war es im Marburger Land zwei Grad wärmer als im Durchschnitt der Jahre. Zudem war es mit etwas über 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter etwas feuchter als nach dem Klimamittel, die Sonne ließ sich in etwa durchschnittlich häufig blicken. Weil sich für die letzte Januarwoche allerdings mildes und feuchtes Wetter ankündigte, dürfte der Monat unterm Strich letztlich deutlich zu mild und recht nass ausgefallen sein.

Die höchste Temperatur in Marburg wurde mit zweistelligen 11,5 Grad am 28. Januar gemessen. Kältester Morgen war der 19. mit minus 11 Grad in der Stadt und knapp minus 13 Grad im Hinterland. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde in kälteanfälligen Geländesenken sogar die Minus-15-Grad-Marke erreicht oder - zumindest in Bodennähe - sogar noch unterschritten, doch fehlen konkrete Messungen. Trotz insgesamt fünf Tagen mit Dauerfrost, an denen selbst die Höchsttemperaturen kaum über minus 5 Grad kletterten, reichte die winterliche Episode aber nicht aus, um den aufgelaufenen Wärmeüberschuss auszugleichen. Anders war dies dagegen im nordöstlichen Deutschland, wo bereits Anfang des Monats eine Woche lang strenges Frostwetter regiert hatte: Dort war der Januar lange Zeit fast zwei Grad zu kalt, erst in den letzten Monatstagen wurde die negative Bilanz doch noch ausgeglichen.

Wegen häufig durchziehenden Tiefausläufern war es im heurigen Januarmonat aber auch feuchter als im Mittel der Jahre. So kamen in der Region an 23 Regentagen 69 Liter Regen pro Quadratmeter und damit fast die anderthalbfache Menge des Niederschlagssolls zusammen. Deutschlandweit betrachtet war die Niederschlagsverteilung allerdings sehr unterschiedlich: Während im länger trockenkalten Norden regional nicht einmal 90 Prozent des Solls zusammenkamen, war es in Teilen Süddeutschlands mehr als doppelt so nass wie in einem durchschnittlichen Januarmonat.

Genau umgekehrt verhielt sich das bei der Sonnenscheindauer. So war es im Nordosten des Landes verbreitet weit überdurchschnittlich sonnig, während in den alpennahen Teilen Süddeutschlands kaum drei Viertel des klimatischen Sonnenscheinsolls registriert wurden. Im Marburger Land hoben sich die gegensätzlichen Impulse dagegen weitgehend auf und die Zahl der Sonnenstunden entsprach in etwa dem Normalniveau. Erwähnt sei noch der große Glatteisregen in der Nacht zum 23. Januar: Während in den unteren Luftschichten der Region noch eisige Frostluft lag, wehte oberhalb von 1.500 Meter Höhe bereits milde Atlantikluft mit positiven Temperaturen heran. In ihr tauten die Schneeflocken zu Regentropfen und diese Wassertropfen gefroren beim Auftreffen auf den noch tief gekühlten Boden schlagartig zu tückischem Glatteis! Erst in den Mittagsstunden entspannte sich die Lage langsam und es kehrten wieder normale Verhältnisse ein.

Völlig außer Rand und Band geraten war dagegen noch kurz vor dem Jahreswechsel mal wieder die Mainstream-Journaille. Ihre schillerndsten Vertreter titelten mit so plakativen Schlagzeilen wie etwa: "Mega-Tief rast Richtung Arktis" oder "Monstersturm heizt dem Nordpol ein" und gemahnten, dass der Klimawandel der Nordpolarregion angeblich gut 50 Grad übernormale Temperaturen beschere.

An diesem kapitalen Unfug war und ist natürlich nichts dran. Weder "raste" das bei Island entstandene Orkantief in die Arktis, noch "heizte" dieser "Monstersturm" den Nordpol auf. Tatsächlich stieg die Temperatur auf der warmen Seite des gemächlich durch die Arktis ziehenden Sturmtiefs für ein paar Stunden knapp über den Gefrierpunkt, ging aber an dessen Rückseite wieder auf die jahreszeitüblichen 20 bis 25 Minusgrade zurück. All das kommt dort so oder ähnlich im Winter immer mal wieder vor.

Marburg, am 31.01.2016

Herzlichst, Ihr Jürgen Vollmer
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