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Die Witterung in Marburg im Mai 2016
Trotz Eisheiligen durchschnittlich warm
Extreme Trockenheit macht der Natur bereits zu schaffen

Mai 2016
Bilanz: Extrem trocken mit nur 27 % Regen - etwas wÀrmer als normal / Abweichung: +1,3 Grad
Der Wonnemonat Mai ist in der Region ĂŒber weite Strecken außergewöhnlich trocken verlaufen. Dabei gab es zwar reichlich Sonnenschein, aber auch wolkige Abschnitte, die den von der Natur so dringend benötigten Regen jedoch beharrlich vermissen ließen. Die Temperaturen brachten es dagegen im Mittel mit einem Plus von rund einem halben Grad auf eine leicht ĂŒberdurchschnittliche Bilanz und trotz einer ausgeprĂ€gten Kaltphase zu den Eisheiligen, blieb die Region auch zur Monatsmitte von SpĂ€tfrösten verschont.

Letztmals reifkalt war es in den klaren NĂ€chten zum 4. und zum 5. Mai. Dabei kĂŒhlte die Luft in Marburg fast bis zum Gefrierpunkt ab und bei leichtem Frost am Erdboden brauchte man in der FrĂŒhe den Eiskratzer. Im Umland gab es gebietsweise sogar leichten Luftfrost. Auch tagsĂŒber blieb es mit kaum 15 Grad zunĂ€chst sehr frisch. Doch dann ging alles sehr flott: Ein krĂ€ftiges Hoch lenkte von SĂŒden her warme Luft zu uns und schon am 7. wurde mit 26 Grad der erste sogenannte Sommertag registriert. Auch an den Folgetagen blieb es mit Maxima nahe 25 Grad frĂŒhsommerlich warm, bis uns dann vom 14. bis zum 17. mit leichter VerspĂ€tung die Eisheiligen frösteln ließen. Rasch kehrte die FrĂŒhsommerwĂ€rme dann jedoch zurĂŒck, wĂ€rmster Tag war der 22. mit knapp ĂŒber 26 Grad in der Stadt, aber auch anschließend blieb es warm.

Mit nur 17 Liter Regen pro Quadratmeter kamen in Marburg nur 27 Prozent des Klimasolls zusammen, in Teilen des Umlandes teils sogar noch weniger. Diese minimalen Mengen reichten nicht aus, um den gerade wĂ€hrend der Hauptwachstumsphase erhöhten Wasserbedarf vieler Pflanzen zu decken. Stellenweise war es so staubtrocken, dass – wie schon im FrĂŒhsommer 2015 - wieder Trockenheitsrisse landwirtschaftliche NutzflĂ€chen durchzogen. Unsere Region gehörte allerdings auch mit zu den trockensten Gebieten des ganzen Landes. Im Übrigen ging der Wonnemonat trotz zeitweiliger Wetterkapriolen mit einer absolut ausgewogenen Sonnenscheinbilanz in die Klimastatistiken ein.

Apropos Wetterkapriolen: Immer wieder taucht die Frage auf, warum die TemperatursprĂŒnge im FrĂŒhjahr hĂ€ufig grĂ¶ĂŸer sind, als in anderen Jahreszeiten? Im vergangenen Mai betrug die Spanne zwischen dem kĂ€ltesten Morgen und dem wĂ€rmsten Nachmittag immerhin mehr als 25 Grad. Zwar kann es auch in anderen Jahreszeiten mal große Schwankungen geben, doch sind sie dann seltener und werden meist auch nicht als so unangenehm wahrgenommen, wie in den FrĂŒhlingsmonaten.

Der Hauptgrund fĂŒr dieses Empfinden liegt auf der Hand: Gerade im FrĂŒhjahr sind wir nach Sonne und WĂ€rme geradezu ausgehungert. Monatelang mangelte es nicht nur an Sonnenschein, sondern auch an Temperaturen, die ohne wĂ€rmende Kleidung als angenehm erlebt werden können. Wenn es dann also nach langer Zeit endlich mal wieder einen richtig schönen und warmen Tag gibt, empfinden wir jeden Absturz zurĂŒck auf das vorherige Niveau auch ganz besonders intensiv.

Kommt hinzu, dass die TemperaturgegensĂ€tze im FrĂŒhling auch tatsĂ€chlich besonders stark ausgeprĂ€gt sind. WĂ€hrend sich Luft aus polaren Breiten dann ĂŒber dem noch kalten Nordmeer nĂ€mlich nur wenig erwĂ€rmen kann, kommt Warmluft aus dem SĂŒden fast ohne WĂ€rmeverlust bei uns an, denn das Mittelmeer bleibt in den meisten Wintern vergleichsweise warm. Die rasch zunehmende TageslĂ€nge tut dann ihr Übriges dazu.

Marburg, am 31.05.2016

Herzlichst, Ihr JĂŒrgen Vollmer
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