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Die Witterung in Marburg im August 2016
Trocken und zunÀchst durchschnittlich
Zum Monatsende Hitzewelle mit verspÀteten Hundstagen

August 2016
Bilanz: Außergewöhnlich trocken mit nur 31 % Regen - leicht ĂŒber dem Klimamittel / Abweichung: +0,5 Grad
Trotz einer Durchschnittstemperatur von nur 17,8 Grad war der August im Marburger Land noch um ein halbes Grad wĂ€rmer als nach dem Klimamittel. Obwohl er gefĂŒhlt lange Zeit eher zu kĂŒhl war, lag die Temperatur also vollauf im Normalbereich, wozu allerdings maßgeblich auch ein heißes Finale beigetragen hat. Beim Sonnenschein waren sogar gut 15 Prozent mehr als die ĂŒblichen Sonnenstunden zusammen gekommen. Nur beim Niederschlag brachte der letzte der Sommermonate eine wirklich große Abweichung von den klimatischen Durchschnittswerten: Mit nur 18 Liter Regen war es in Marburg extrem trocken, aber auch im Umland wurden nur spĂ€rliche 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter registriert. Damit gehörte die Region zu den bundesweit trockensten ĂŒberhaupt. Und das nach einem bereits sehr trockenen Juli.

WĂ€rmster Tag war der 27. mit 35,1 Grad in der Stadt und immerhin noch knapp ĂŒber 33 Grad im stets kĂŒhleren Hinterland. Am kĂ€ltesten war es am Morgen des 11., wo in Marburg nur 3,6 Grad gemessen wurden. Am Erdboden reichte es sogar nicht mal fĂŒr 3 Grad. Noch frischer war es an diesem Morgen in den ĂŒblichen KĂ€ltesenken des lahnnahen Umlandes, die vermutlich nur knapp am ersten Bodenfrost vorbeigeschrammt sind. Dagegen blieb es im höher gelegenen Hinterland mit knapp 5 Grad deutlich milder. Auch wenn solche Werte fĂŒr Mitte August ganz generell als erheblich zu kalt gelten dĂŒrfen, reichten die 15 Sommertage (Höchstwerte mindestens 25 Grad), davon 4 heiße Tage (Höchstwerte mindestens 30 Grad), um die Durchschnittstemperatur letztlich noch in den Normalbereich zu heben. Die bis zum letzten Monatsdrittel komplett ausgefallenen Hundstage kamen also zum Monatsende hin dank des ersten bestĂ€ndigen Somemrhochs doch noch zu Ehren, deutlich verspĂ€tet zwar, aber sie kamen.

Dass sich die Großwetterlage nach Mitte August grundlegend umstellt, ist ĂŒbrigens gar nicht so ungewöhnlich. In den meisten Jahren beendet diese Umstellung warmes Hochsommerwetter und leitet zu ersten, herbstlich kĂŒhlen Witterungsabschnitten ĂŒber. Diesjahr lagen die Dinge dagegen genau umgekehrt: Der Hochsommer war durchweg unbestĂ€ndig mit nur wenigen zugleich sonnigen, als auch schweißtreibend warmen Tagen. GefĂŒhlt waren die Hochsommerwochen wegen ihres Mangels an Badewetter fĂŒr viele sogar schon geradezu ein Totalausfall. So konnte die Änderung der Großwetterlage das Blatt diesjahr nur zum Besseren wenden und genau das passierte auch dank Hitzehoch GERD.

Derlei markante Wetterumstellungen gehen auf die sogenannte SiebenschlĂ€ferregel zurĂŒck. Sie legt Anfang Juli den groben Witterungsrahmen fĂŒr die folgenden Hochsommerwochen fest. Endet dann wechselhaftes Wetter zugunsten stabilerer Hochdruckwetterlagen, verlĂ€uft auch der Hochsommer oft freundlich, trocken und warm. Kippt dagegen warmes FrĂŒhsommerwetter in unbestĂ€ndige und eher kĂŒhle Witterung ab, hĂ€lt sich das wechselhafte Wetter meist wochenlang, nicht selten den ganzen Hochsommer ĂŒber, bis sich gegen Ende August die nĂ€chste Änderung der Großwetterlage einpendelt. Dieses Jahr hatten wir gleich doppeltes Pech: Denn das wechselhafte und feuchte FrĂŒhsommerwetter Ă€nderte sich nicht zum Besseren, worauf prompt auch der ganze Hochsommer ein Trauerspiel blieb, das erst in der letzten Augustwoche endete.

Wir dĂŒrfen daher gespannt sein, wie versöhnlich sich der endlich doch noch eingetretene SpĂ€tsommer nun noch entwickeln wird. Vieles spricht dafĂŒr, dass er noch weit bis in den September hinein andauern dĂŒrfte, sicher ist das aber nicht.

Marburg, am 31.08.2016

Herzlichst, Ihr JĂŒrgen Vollmer
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