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Die Witterung in Marburg im September 2016
Späte Hitze holt den Hochsommer nach
Hartnäckige Trockenheit löst frühe Laubfärbung aus

September 2016
Bilanz: Sehr trocken mit nur 43 % Regen - außerordentlich warm Abweichung: +2,9 Grad
Was für ein grandioser Herbstauftakt: Statt mit Nebel, Wind und Regen ging der September erst mal mit Sonne pur und später Sommerhitze an den Start. Ein Schönwetterhoch löste das andere ab und bescherte uns das, worauf wir im Hochsommer immer wieder vergeblich gewartet hatten: Viele Tage lang sonniges und warmes Sommerwetter. Dabei war es sogar deutlich heißer als im vorangegangenen Hochsommer. Bis zur Monatsmitte lag der Monat mehr als fünf Grad über dem Klimamittel. Erst dann kühlte es ab und zum Monatsende hin stellte sich wechselhaftes und etwas feuchteres Herbstwetter ein. Dennoch war der Monat unterm Strich noch knapp drei Grad wärmer als im langjährigen Klimamittel. Deutschlandweit brachte er es sogar auf 3 1/2 Grad über dem langjährigen Mittel.

Wärmster Tag des Monats war in der Region Marburg der 13. mit fast 32 Grad in der Stadt und immer noch knapp über 30 Grad im kühleren Umland. Dies war einer von insgesamt drei heißen Tagen mit Höchstwerten von mindestens 30 Grad. Hinzu kamen weitere zehn Sommertage mit Höchstwerten von mindestens 25 Grad. Mit insgesamt also 13 solcher Tage wurden im Septembermonat ebenso viele Sommertage wie im Juli registriert. Kältester Morgen war der 22. mit 5 Grad in der Stadt und sogar nur 3 bis 4 Grad im Umland. Aber trotz den zum Monatsende hin kühlen Nächten blieb die Nebelneigung durchweg noch gering.

Ursache des Mangels an herbstlichem Frühnebel war die anhaltende Trockenheit. Die Luft gab einfach nicht genug Feuchtigkeit her, um dichtere Nebelfelder bilden zu können. Denn wie schon im Juli und August fiel in der Region auch im September viel zu selten und dann auch noch zu wenig Regen. So wurden in Marburg mit 21 Liter pro Quadratmeter nur knapp 43 Prozent der monatsüblichen Niederschlagsmenge registriert. Und allein 10 Liter davon kamen an nur einem einzigen von insgesamt vier Regentagen vom Himmel. Auch beim Sonnenschein zeigte sich der September ausgesprochen spendabel. So war das klimatische Sonnenscheinsoll bereits am Ende des zweiten Monatsdrittels erfüllt und bis zum Monatsende kamen rund 40 Prozent mehr Sonnenstunden zusammen, als im langjährigen Durchschnitt der Jahre.

Auffällig war die sehr frühe Laubfärbung in diesem Jahr. So zeigten sich die ersten gelb oder braun verfärbten Blätter bereits in den letzten Augusttagen und während des makellosen Septembersommers wurde das Laub von immer mehr Bäumen und Sträuchern schon bunt, teils mehrere Wochen früher als sonst. Ursache ist aber nicht etwa eine Vorausahnung großer Winterkälte, sondern die Reaktion auf die Witterung der Vormonate. Das Zusammenspiel mehrerer Faktoren war dafür entscheidende Ursache:

Dank des milden letzten Winters ging die Vegetationsperiode in diesem Jahr früher an den Start als sonst. Viele Gewächse konnten daher früher ergrünen und hatten mehr Zeit als sonst, ihre jährlichen biologischen Aufgaben zu erfüllen. Bäume die alles erledigt haben, brauchen ihr Laub nicht mehr unbedingt. Deshalb haben sie frühzeitig begonnen, das zur Photosynthese benötigte Blattgrün aus den Blättern abzuziehen, um dieses wie jedes Jahr über Winter sicher in Ästen und Stämmen einzulagern.

Die wichtigste Ursache des frühen Beginns der Laubfärbung ist aber die große Trockenheit. Wird das verfügbare Wasser zu knapp, versuchen die Pflanzen durch vorzeitige Welke zu verhindern, dass Teile des kostbaren Nass aus ihrem Laub verdunsten können. Auch in diesem Fall wird das wertvolle Blattgrün zuvor eingezogen und gesichert, sodass das welkende Blatt erst gelb und dann braun wird. Der dritte Faktor, der vorzeitige Laubwelke auslösen kann, sind Krankheiten und Schädlinge, die ganz bestimmte Bäume oder Sträucher treffen. Das Zusammentreffen all dieser Faktoren war in diesem Jahr der Grund dafür, dass und warum sich das Laub einzelner Arten bereits verfärbt hatte, während benachbarte - aber z.B. tiefer wurzelnde - Bäume noch immer im satten Grün standen.

Marburg, am 30.09.2016

Herzlichst, Ihr Jürgen Vollmer
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