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Die Witterung in Marburg im Juni 2017
Warm und noch lange zu trocken
Heftige Unwetter beendeten Hitze und dämpften die Dürre


Juni 2017
Bilanz: Geringfügig zu trocken mit 88 % Regen - wärmer als normal / Abweichung: +1,6 Grad
Mit einer Mitteltemperatur von 17,9 Grad war der Juni im Marburger Land um gut eineinhalb Grad wärmer als im vieljährigen Durchschnitt. Gleichzeitig war der erste Sommermonat bis zum kalendarischen Sommeranfang am 21. mit nur einem Drittel des Regensolls extrem trocken. Am Nachmittag des 22. fielen dann allerdings mit heftigen Unwettern weitere 26 Liter Regen pro Quadratmeter, weitere moderatere Regengüsse folgten zum Monatsende. Damit schaffte der Monat immerhin 88 Prozent des Solls, war nach dem trockenen Frühjahr also beinahe "normal feucht". Dazu war er mit rund 120 Prozent des Sonnenscheinsolls überaus freundlich.

Kältester Morgen war der 17. mit knapp 9 Grad in der üblichen Messhöhe von zwei Meter und nicht ganz 7 Grad direkt über dem Erdboden. Es darf vermutet werden, dass in den Kältelöchern der Region an diesem Morgen örtlich sogar die 5-Grad-Marke unterschritten wurde. Wärmster Tag in Marburg war der 22. mit nicht ganz 33 Grad, aber auch im Hinterland reichte es mit 31 Grad für einen sogenannten "heißen Tag". Derer gab es in Marburg im Juni zwei zu verzeichnen. Sommertage, also Tage mit mindestens 25 Grad wurden sogar zehn registriert.

Bundesweit war der Juni übrigens gut zweieinhalb Grad wärmer als im Klimamittel, wobei das größte Temperaturplus mit mehr als vier Grad ganz im Süden verzeichnet wurde. Ebenfalls sehr sommerlich, wenn auch nicht ganz so warm, war es am Oberrhein. Im Norden Deutschlands regnete es überreichlich, im Nordosten örtlich sogar geradezu sintflutartig, mit lokal mehr als dem doppelten des Niederschlagssolls. Dort kam es teils sogar zu Überflutungen. In den anderen Landesteilen blieb das Flächenmittel mehr oder weniger deutlich hinter dem Klimasoll zurück. Örtlich kam kaum die Hälfte zusammen. Allerdings brachten die Gewitter am 22. punktuell sehr viel Regen, sodass das Niederschlagssoll lokal auch deutlich überschritten wurde. Abseits der Unwetter blieb es aber meist zu trocken, sodass die drohende Dürre insgesamt nur etwas gedämpft, nicht aber beendet wurde.

Dennoch waren die Unwetter vom 22. höchst bemerkenswert: So war das Quecksilber an diesem Tag in fast ganz Deutschland über die 30-Grad-Marke geklettert, im Westen und Süden oft sogar über 35 Grad, sodass enorm viel Energie zur Verfügung stand. Eine Wetterfront lieferte die notwendige Luftfeuchtigkeit und so kam es im Norden bereits am Vormittag, im Westen, in der Landesmitte und im Osten am Nachmittag und Abend und im Süden nachts zu teils extremen Gewittern. Sie wurden von schweren Sturm-, ja sogar von Orkanböen begleitet und in Hamburg senkte sich ein Tornado vom Himmel.

Gleichzeitig gab es vielfach sintflutartigen Sturzregen mit lokalen Überschwemmungen und - zum Glück nur sehr örtlich - Hagelkörner von mehreren Zentimeter Durchmesser. Die Schäden gingen in die Millionen. Im Norden waren zahlreiche wichtige Bahnstrecken durch umgestürzte Bäume und abgerissene Oberleitungen noch am Folgetag blockiert und tragischerweise wurde ein Mann von einem Baum in seinem Auto erschlagen, in dem er vor dem Unwetter Schutz gesucht hatte.

Im Marburger Raum schlugen die Unwetter zum Glück nicht ganz so wuchtig zu. Zwar schüttete es wie aus Eimern und kurzzeitig war auch mal kleiner Hagel dabei, doch hielt sich die Gewalt der Sturmböen in Grenzen, sodass die Natur von den Starkregengüssen mehr profitieren konnte, als sie an Schaden nahm. Nur wenig südlich und südöstlich, so etwa im Ebsdorfergrund, wüteten die Unwetter weit heftiger und im Großraum Gießen sowie im Vogelsberg knickte der Sturm zahllose Bäume um.

Zum bevorstehenden Siebenschläferzeitraum im ersten Julidrittel werden nun die Weichen für den Hochsommer gestellt. Dauert dann das wechselhafte Wetter an, das sich in den letzten Junitagen eingestellt hat, bleibt uns die Bürde eines heißen Dürresommers womöglich erspart. Stellt sich dagegen stabiles Sommerwetter ein, könnte auch der Hochsommer viel Sonne und längere Hitzeperioden bescheren.

Marburg, am 30.06.2017

Herzlichst, Ihr Jürgen Vollmer
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