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Die Witterung in Marburg im Mai 2018
Fr√ľhsommer pur mit hei√üem Finale
Extremes Unwetter setzte die Region unter Wasser


Mai 2018
Bilanz: Sehr nass mit 187 % Regen - außergewöhnlich warm / Abweichung: +3,6 Grad
Nach dem w√§rmsten April seit Beginn meteorologischer Aufzeichnungen dauerte die ungew√∂hnlich warme Witterungsphase auch im Wonnemonat weiter an. Die Durchschnittstemperatur stieg bereits √ľber 16 Grad und bilanzierte damit fast vier Grad √ľber dem Klimamittel. Auch bundesweit fiel der Mai weit √ľberdurchschnittlich warm aus. Vor allem der Norden profitierte von hartn√§ckigen Sch√∂nwetterhochs, die immer wieder √ľber Nordeuropa vor Anker gingen und unabl√§ssig warme Luftmassen nach Mitteleuropa schaufelten.

W√§hrend bereits 14 Sommertage, also Tage mit mindestens 25 Grad zu verzeichnen waren, gab es nur einen hei√üen Tag mit mindestens 30 Grad: Am 28. wurden in Marburg 31,2 Grad gemessen. Die k√§lteste Nacht wurde am 2. Mai registriert, wo das Quecksilber selbst in der Stadt fast bis zum Gefrierpunkt sank. Dabei gab es verbreitet Bodenfrost mit Reif. So k√ľhlte die Luft unmittelbar √ľber dem Erdboden unter minus 3, im k√§lteanf√§lligen Marburger Umland teils sogar nochmals unter die Minus-5-Grad-Marke ab.

Auch beim Sonnenschein war der Wonnemonat mal wieder √ľberaus spendabel: So wurde das Monatssoll in der Region um gut 40 Prozent √ľbertroffen. Noch sonniger war es im Norden, wo das Monatssoll regional um bis zu 60 Prozent √ľbertroffen wurde. Dagegen blieb die Zahl der Sonnenstunden ganz im S√ľden Deutschlands im Allg√§u meist etwas hinter dem langj√§hrigen Monatsmittel zur√ľck. Dort und im S√ľdwesten machten sich immer wieder Gewittertiefs bemerkbar, die sich am S√ľdrand der Sch√∂nwetterzone laufend regenerierten.

Dementsprechend kontrastreich fiel auch die Niederschlagsbilanz aus: W√§hrend besonders im S√ľdwesten einige Orte von sintflutartigen Regenf√§llen heimgesucht wurden, blieb es im Fl√§chenmittel zu trocken, in Teilen Brandenburgs kamen sogar nicht mal 5 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Als Folge der anhaltenden D√ľrre besteht dort inzwischen verbreitet extreme Waldbrandgefahr!

Auch im Marburger Land blieb es zun√§chst ungew√∂hnlich trocken: An den ersten 12 Monatstagen fiel nicht ein Tropfen Regen, sodass die Region im gelben Bl√ľtenstaub der in diesem Fr√ľhjahr besonders stark ausgepr√§gten Fichtenpollen geradezu versank. Doch dann kam der 13. Mai und mit ihm eines der heftigsten Unwetter seit Jahren: Mit Passage eines einzigen schweren Gewitters kamen in Marburg binnen nur 20 Minuten fast 25 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. Eingelagerter Hagel verstopfte die Teile der Kanalisation, wodurch viele Stra√üen und Pl√§tze unter Wasser gesetzt wurden.

Weitere Gewitter lieferten noch bis in die Nacht hinein immer wieder Regennachschub, sodass dieser denkw√ľrdige Tag der Stadt letztlich fast 60 Liter Regen und damit √ľber 90 Prozent des monatlichen Regensolls bescherte. Auch im Umland tat das viele Nass nicht gut: Die Regenfluten l√∂sten lokale √úberflutungen aus. Erhebliche Verschwemmungen des Erdreichs landwirtschaftlicher Fl√§chen kamen hinzu. Der ersehnte Regen war in zu kurzer Zeit in viel zu gro√üer Menge gefallen.

Ende Mai nahm ein weiteres, schweres Unwetter die Region aufs Korn: Am Abend des 29. Mai fielen in Marburg binnen kurzer Zeit nochmals √ľber 40 Liter Regen pro Quadratmeter. Erneut kam es zu √úberflutungen, die teils erhebliche Sch√§den anrichteten. So standen beispielsweise auch Teile der neu er√∂ffneten Universit√§tsbibliothek am Alten Botanischen Garten unter Wasser. Insgesamt bilanzierte der Wonnemonat daher bei der Regensumme weit √ľberdurchschnittlich: Letztlich war er fast doppelt so nass, wie nach dem klimatischen Durchschnitt zu erwarten war.

Marburg, am 31.05.2018

Herzlichst, Ihr J√ľrgen Vollmer
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