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Die Witterung in Marburg im August 2018
Dieser Sommer schreibt Klimageschichte
Trotz Mega-Unwetter im Ostkreis: Extreme Dürre dauert an


August 2018
Bilanz: Ungewöhnlich trocken mit 37 % Regen - deutlich zu warm / Abweichung: +2,6 Grad
Soviel steht inzwischen bereits fest: Der Sommer 2018 schreibt Klimageschichte! Abgesehen von nur kurzen Unterbrechungen herrscht seit April Sommerwetter mit einem großen Plus beim Sonnenschein und teils sogar weit überdurchschnittlichen Temperaturen. Vor allem die drei Hochsommermonate Juni bis August waren dazu auch noch extrem trocken, sodass im Marburger Land, ebenso wie auch in weiten Teilen Mitteleuropas mittlerweile eine schlimme Dürre regiert, die sogar die große Trockenheit des berüchtigten Hitzesommers 2003 noch in den Schatten stellt.

Die Folge sind auch bei uns Ernteschäden- und Einbußen beim früh zur Notreife gelangten Getreide und vielen anderen Feldfrüchten. Felder und Wiesen, aber auch viele Gärten und Grünanlagen sind verdorrt und die Böden bis in tiefere Schichten ausgetrocknet. Sogar Bäume zeigen Dürreschäden. Sie haben damit begonnen ihr Laub abzuwerfen, um so die Verdunstungsflächen zu reduzieren. Einige Waldgebiete sehen daher schon beinahe herbstlich aus. Doch die immer öfter durchschimmernden, rötlichen Brauntöne in den Forsten sind nicht gesund. Sie sind vielmehr nur sichtbarer Ausdruck der katastrophalen Wassernot, die inzwischen teils auch schon tiefer wurzelnde Gewächse erfasst hat.

Allerdings gibt es bei den Niederschlagsmengen im Marburger Umland extreme Unterschiede zu verzeichnen: Die Region direkt östlich der Stadt wurde am 7. August von einem schweren Unwetter getroffen. Stundenlang hielt sich ein mächtiger Gewitterkomplex über dem Amöneburger Becken, der Stadt Kirchhain und weiter nach Osten bis Stadtallendorf: Wie Radaranalysen und Meldungen privater Wetterstationen ergaben, ergossen sich in diesem Bereich in nur drei Stunden über 80, lokal sogar über 100 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. Unterspülungen und Überflutungen waren die Folge, in Kirchhain musste anderntags die arg in Mitleidenschaft gezogene Schule geschlossen bleiben.

Gleichzeitig reichte es trotz Dauergrummelns in Marburg an diesem Tag aber nur für gut sechs Liter Regen. Und auch der Ebsdorfergrund lag zwar in Hörweite des Unwetters, doch für mehr als fünf Liter Regen mochte es in Dreihausen nicht reichen. Auch die anderen Regionen des Umlandes teilten dieses Schicksal. So kam meist nur ein Drittel des monatlichen Klimamittels zusammen. Krasser hätte der Unterschied zu den von dem Mega-Unwetter getroffenen Orten kaum sein können. Doch abgesehen von diesem Unwettertag war der Monat meist sonnig, trocken und heiß.

So hatte die Sonne ihr Soll bereits eine Woche vor dem Monatsende erreicht und in den letzten Monatstagen kam noch mal ein gutes Drittel der monatsüblichen Sonnenstunden als Überschuss hinzu. Gleichzeitig lag die Durchschnittstemperatur mit 19,9 Grad mehr als zweieinhalb Grad über dem Klimamittel. Heißester Tag war der 7. mit fast 36 Grad in und rund um Marburg und bis zu 33 Grad in den höheren Lagen des Hinterlandes. Kühlster Morgen war der 26. mit nur 5 Grad, direkt über dem Erdboden wurden sogar nur knapp 2 Grad gemessen. Einige windgeschützte Orte des Umlandes sind sogar nur knapp am Bodenfrost vorbeigeschrammt.

Insgesamt gab es im August in der Stadt 19 Sommertage, also Tage mit Höchstwerten von mindestens 25 Grad. An neun dieser Tage erreichte oder überschritt das Quecksilber sogar die 30 Grad-Marke, sodass sie klimatisch als "heiße Tage" gelten. Noch eindrucksvoller ist dies aber, wenn man die in diesem Jahr schon ausgesprochen sommerlichen Frühlingsmonate April und Mai in die Statistik einbezieht: So hat sich die Zahl der Sommertage in Marburg bereits auf 78 erhöht. Die Zahl der heißen Tage mit mindestens 30 Grad stieg auf 20, wovon allein 18 innerhalb des Zeitraums der klassischen Hundstage, also zwischen dem 23. Juli und dem 23. August auftraten. Und da sich auch für Anfang September noch kein Ende des so ungewöhnlichen Sommerwetters abzeichnet, dürfte die Gesamtzahl der Sommertage letztlich noch weiter zulegen.

Marburg, am 31.08.2018

Herzlichst, Ihr Jürgen Vollmer
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