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Die Witterung in Marburg im November 2018
Sehr mild und weiter extrem trocken
Wetterextreme auch in anderen Regionen der Erde


November 2018
Bilanz: Ungewöhnlich trocken mit nur 52 % Regen - etwas wärmer als im Mittel Abweichung: +1,1 Grad
Mit einer Durchschnittstemperatur von knapp knapp 5 1/2 Grad war es im November in Marburg etwas mehr als ein Grad w√§rmer als im Klimamittel. Es ist bereits der achte Monat in Folge, der √ľberdurchschnittlich warm ausgefallen ist. Aber auch die au√üergew√∂hnliche Trockenheit dieses Jahres setzte sich im letzten Herbstmonat weiter fort und selbst beim Sonnenschein gab es trotz der fortgeschrittenen Jahreszeit erneut ein Plus zu verzeichnen. Der erste Schnee der neuen Saison fiel am 20. November, wobei sich auch im Lahntal vor√ľbergehend eine d√ľnne Schneedecke von zwei Zentimeter H√∂he bilden konnte.

W√§rmster Tag des Monats war der 12. mit noch einmal knapp 16 Grad in Marburg und immer noch 15 Grad im h√∂her gelegenen Hinterland. K√§ltester Morgen war in der Stadt der 17., wo in der √ľblichen Messh√∂he von zwei Meter minus 2 und direkt √ľber dem Erdboden sogar minus 8 Grad gemessen wurden. Ursache dieser gro√üen Differenz ist der Umstand, dass die Erdoberfl√§che in den langen, klaren N√§chten des Winterhalbjahres mehr W√§rme abstrahlen kann, als sie an den kurzen Tagen von der Sonne empf√§ngt. Dabei k√ľhlt sie auch die Luftschicht unmittelbar √ľber dem Boden stark ab und wenn kein Wind weht, der diese kalte Schicht mit der w√§rmeren Luft dar√ľber durchmischt, werden auch die Temperaturgegens√§tze entsprechend gro√ü.

Beim Regen ging es im November fast ebenso d√ľrftig weiter, wie in den vorangegangenen Monaten. So kamen in der Stadt lediglich 31 Liter pro Quadratmeter zusammen. Das entspricht nur knapp mehr als der H√§lfte der monats√ľblichen Niederschlagsmenge. Und damit war es im Marburger Land sogar noch vergleichsweise feucht: Bundesweit kam nur ein Drittel des monatlichen Klimamittels zusammen, wobei es in einigen Teilen Bayerns kaum 15 Prozent des Klimamittels an Niederschlag gab. Damit setzte sich die extreme D√ľrre dieses Jahres im ganzen Land weiter fort und nahm teils dramatische Ausma√üe an.

Zwar deutete sich am Monatsende der √úbergang zu einer Gro√üwetterlage an, die vom Atlantik endlich wieder nennenswerten Regen mitbringen k√∂nnte, doch ob sich die Umstellung auch durchsetzen kann und Bestand haben wird, ist noch ungewiss. Tut sie es nicht, k√∂nnte dies drastische Folgen haben: Das Niedrigwasser vieler Fl√ľsse hat schon jetzt die Rekordmarken aus dem D√ľrrejahr 2003 unterschritten und Talsperren wie der Edersee f√ľhren nicht mal mehr 10 Prozent der Wassermenge bei Vollstau. Bleiben ergiebige Niederschl√§ge auch in den Wintermonaten aus, k√∂nnte im n√§chsten Jahr regional sogar das Trinkwasser knapp werden.

Auch wegen der Trockenheit gab es in diesem Herbst deutlich seltener Nebel als in feuchteren Jahren. Und wenn sich in den Fr√ľhstunden doch einmal Nebel gebildet hatte, war die graue Suppe l√§ngst nicht so hartn√§ckig wie dies sonst f√ľr den November so typisch ist. Die Folge: Auch im vorletzten Monat des Jahres machte die Sonne √úberstunden. So gab es in der Region fast die H√§lfte mehr Novembersonne als √ľblich. Und das gleiche galt f√ľr das ganze Land. Nur rund um den Bodensee, im Allg√§u sowie am s√ľdlichen Oberrhein bremsten z√§here Nebelfelder das Plus beim Sonnenschein etwas aus. Daf√ľr brachten es die h√∂heren Lagen der Mittelgebirge teils auf einen Sonnen√ľberschuss von deutlich mehr als 50 Prozent.

Die extreme D√ľrre bei uns ist kein Einzelph√§nomen. In vielen Teilen der Erde ger√§t das Klima immer √∂fter und immer augenf√§lliger aus dem Takt. So gehen auch die verheerenden Waldbr√§nde dieser Tage in Kalifornien auf eine hartn√§ckig trockene Wetterphase zur√ľck. An der Alpens√ľdseite zeigte sich dagegen das Gegenextrem: Sintflutartige Regenf√§lle und verheerende St√ľrme setzten viele Regionen unter Wasser oder zerst√∂rten sogar ganze W√§lder. Binnen nur drei Tagen ergossen sich teils √ľber 600 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. Das entspricht der Menge, die bei uns durchschnittlich innerhalb eines ganzen Jahres zusammenkommt, normalerweise, denn diesjahr sind im Marburger Land bis jetzt insgesamt noch nicht mal 500 Liter Regen gefallen.

Marburg, am 30.11.2018

Herzlichst, Ihr J√ľrgen Vollmer
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