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Die Witterung in Marburg im Februar 2019
Sonnig, trocken und sehr mild
Klimawandel und die Furcht vor den Folgen


Februar 2019
Bilanz: Sehr trocken mit nur 51 % Regen - erheblich zu mild Abweichung: +2,7 Grad
Nach winterlich kaltem Start entwickelte sich der Februar zu einem ungewohnt sonnigen, ungew√∂hnlich milden und wieder erheblich zu trockenen Monat. Starke Hochdruckgebiete √ľbernahmen die Wetterregie und lenkten meist von S√ľden her sehr warme Luftmassen heran. Lediglich am letzten Wochenende des Monats drehte der Wind kurzzeitig auf Nordost und brachte einen Schwall trockenkalte Winterluft mit. Doch in den letzten Monatstagen kehrte der S√ľdwind zur√ľck und erneut gelangte Warmluft zu uns, die im Zusammenspiel mit strahlendem Sonnenschein schon richtiges Fr√ľhlingswetter bescherte. Unterm Strich war der letzte Wintermonat sehr sonnig, viel zu trocken und mit einem Plus von fast drei Grad weit √ľberdurchschnittlich warm.

W√§rmster Tag war der 26. mit knapp 19 Grad in Marburg sowie entlang von Lahn und Ohm und immerhin noch gut 18 Grad im h√∂her gelegenen Hinterland. Die monatlichen Tiefstwerte wurden in der Stadt am 4. und am 24. gemessen, denn in beiden N√§chten sank die Temperatur auf knapp unter minus 3, im klimatisch weniger beg√ľnstigten Umland sogar unter minus 5 Grad. Direkt √ľber dem Erdboden war es an beiden Tagen noch mal deutlich eisiger mit fast minus 10 Grad in der Stadt und knapp darunter in den typischen K√§ltel√∂chern der Region. Immerhin gab es in insgesamt 20 N√§chten Frost, Tage mit Dauerfrost gab es dagegen keine mehr.

Der Februar brachte der Region Marburg mit nur gut 21 Liter Regen oder Schnee pro Quadratmeter erneut viel zu wenig Niederschlag. Dieser Betrag entsprach nur knapp √ľber 50 Prozent des klimatischen Soll. Davor war auch schon der Januar mit nur 85 Prozent des Niederschlagssolls zu trocken geblieben. Und damit ist der √úberschuss an himmlischem Nass aus dem sehr feuchten Dezember 2018 auch schon wieder aufgezehrt: Zwar liegt die Gesamtbilanz der drei Wintermonate fast genau bei plus-minus Null, doch weil die D√ľrre des letzten Jahres noch l√§ngst nicht ausgeglichen war, ist das Wasserdefizit in der Region kurz vor dem Start in die neue Vegetationsperiode noch immer be√§ngstigend gro√ü.

Die Hoffnungen richten sich nun auf einen wechselhaften und feuchten M√§rz, denn sollte es auch in den Fr√ľhlingsmonaten weiter zu sp√§rlich regnen, k√∂nnte sich rasch eine neue D√ľrre entwickeln. Zwar d√ľrften sich die meisten Menschen wohl kaum dar√ľber beklagen, dass der Februar gut 75 Prozent mehr Sonnenschein bescherte als im Mittel der Jahre, doch ohne Wolken ist nun mal auch kein ausreichender Regen in Sicht. Zum Monatsende bahnte sich allerdings eine Umstellung der Gro√üwetterlage hin zu dem so dringend ben√∂tigten Fr√ľhlingsregen an. Bleibt zu hoffen, dass der Nachschub an himmlischem Nass dann nicht so schnell wieder versiegt, denn die gro√üen, wetterlenkenden Windstr√∂mungen sind zu Zeiten des Klimawandels l√§ngst nicht mehr so verl√§sslich wie zu Zeiten stabileren Klimageschehens.

Und so stehen wir einmal mehr vor der Gretchenfrage: Kann der Mensch auf die Entwicklung unseres Klimas gezielt Einfluss nehmen? K√∂nnen wir einer weiteren Erw√§rmung unseres Planeten tats√§chlich entgegenwirken? Immerhin d√ľrfte das anthropogene Wirken der letzten 150 Jahre zu einem guten Teil an den immer deutlicher hervortretenden Ver√§nderungen des Klimas beteiligt gewesen sein. Denn die Erdatmosph√§re ist nun mal ein geschlossenes System und jede √Ąnderung innerhalb eines solchen Systems hat immer und ohne jeden Zweifel auch Auswirkungen auf das Ganze. Insoweit kann die Antwort nur lauten: Ja, ohne jede Frage! Wir sollten alles in unserer Macht stehende daf√ľr tun, negative Auswirkungen unseres Handelns auf die √∂kologische Balance der Erde zu vermeiden und ihnen entgegenzuwirken.

Dieses Generationenproblem sollte aber mit Vernunft und Verstand angegangen werden und nicht mit kopflosem, allein von √Ąngsten bestimmtem politischem Aktionismus. Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist f√ľr die Menschheit alternativlos. Ob er sich jedoch durch Zwangsenteignung der Besitzer von Dieselautos oder √ľbereilten Ausstieg aus noch unverzichtbaren √úbergangstechnologien und dies gar im nationalen Alleingang auf Basis lautstark heraufbeschworener Schreckensszenarien erzwingen l√§sst, ist mehr als fraglich. Das Sch√ľren von √Ąngsten hat noch nie zu Besinnung und Einsicht gef√ľhrt.

Marburg, am 28.02.2019

Herzlichst, Ihr J√ľrgen Vollmer
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