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Die Witterung in Marburg im Januar 2019
Erst mild und feucht, dann winterlich
Winter-Chaos am Alpenrand - Alpendörfer ersticken im Schnee


Januar 2019
Bilanz: Etwas trockener als normal mit 85 % Regen - etwas milder als im Durchschnitt Abweichung: +1,2 Grad
Nach sehr mildem Auftakt hat sich der Januar in der zweiten MonatshĂ€lfte noch ĂŒberaus winterlich entwickelt. Kalte Luft aus Nordosteuropa ĂŒbernahm die Wetterregie und zeigte, dass es hierzulande auch in Zeiten des Klimawandels durchaus noch richtig frostig werden kann: Das zuvor ansehnliche Plus bei der Durchschnittstemperatur schrumpfte immerhin von rund drei auf nur noch knapp mehr als ein Grad zusammen. Doch die kalte Luft war ziemlich trocken und hatte nur wenig Schnee im GepĂ€ck. Obwohl die erste MonatshĂ€lfte recht feucht war, fiel die Niederschlagsbilanz des zentralen Wintermonats daher mit nur 85 Prozent des Klimasolls etwas spĂ€rlicher aus als im langjĂ€hrigen Mittel.Die Sonne zeigte sich dagegen fast genauso lang, wie im Durchschnitt der Jahre.

WĂ€rmster Tag war der 13. Januar, wo in der Stadt fast plus 9 Grad gemessen wurden. KĂ€ltester Tag war der 21., wo in Marburg ein Tiefstwert von minus 10 Grad gemessen wurde. Direkt ĂŒber dem dick bereiften Erdboden sank das Quecksilber sogar auf eisige minus 15 Grad. Vor allem im nördlichen Umland war es sogar noch etwas kĂ€lter, denn im Burgwald lag eine geschlossene Schneedecke, ĂŒber der sich die Luft in den klaren NĂ€chten zu Beginn des letzten Monatsdrittels besonders stark abkĂŒhlen konnte. Vom 21. an blieben auch die Höchstwerte erstmals im neuen Jahr unter dem Gefrierpunk. Immerhin kamen sodann noch fĂŒnf solcher sogenannter "Eistage" zusammen. Zudem gab es 17 NĂ€chte mit Frost.

Mit knapp 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter war es im Januar etwas trockener als im Klimamittel. Immerhin ist anzumerken, dass die Talsperren nach der langen DĂŒrreperiode des letzten Jahres wieder weitgehend aufgefĂŒllt sind. Das aufgelaufene Niederschlagsdefizit ist jedoch noch lange nicht ausgeglichen. Tiefere Bodenschichten sind immer noch zu trocken und brauchen fĂŒr einen guten Start in die neue Wachstumsperiode in den nĂ€chsten Wochen noch reichlich Regen. In Sachen Sonnenschein ließ der Januar dagegen wenig zu wĂŒnschen ĂŒbrig: So zeigte sich die Sonne dank Hochdruckeinfluss zum Monatsende letztendlich fast so oft wie im Mittel der Jahre.

Unterm Strich blieb der Monat hierzulande also eher unauffĂ€llig. Der Wechsel von wĂ€rmeren und kĂ€lteren Witterungsabschnitten ist auch in Zeiten des Klimawandels völlig normal und wenn sich eine kalte Wetterphase im Winter einstellt, gehören Frost und Schnee nun mal dazu. Weitaus weniger "normal" gebĂ€rdete sich der Januar dagegen in den Regionen am Nordrand der Alpen: Dort brachten extreme SchneefĂ€lle Rekordschneehöhen und so manche Ortschaft in den Bergen erstickte geradezu in den meterhohen Schneemassen. Straßen waren wegen Lawinengefahr tagelang gesperrt und tausende Helfer schaufelten unzĂ€hlige DĂ€cher frei, die unter den Schneelasten zusammenzubrechen drohten. Mancher sah sich an den katastrophalen Lawinenwinter 1999 erinnert. Aber trotz einigen meist kontrolliert ausgelösten LawinenabgĂ€ngen blieben ernsthafte Schnee-Dramen glĂŒcklicherweise aus.

Dies hinderte die einsamen Rufer und Mahner des Sensationsjournalismus freilich nicht daran, einmal mehr den Ernstfall, den Klimanotfall, auszurufen, fĂŒr dessen unabwendbares Walten wir alle selbst die Verantwortung trĂŒgen und Schuld auf uns geladen hĂ€tten. Denn ohne menschgemachten Klimawandel wĂŒrde es solche RekordschneefĂ€lle ebenso wenig geben, wie sommerliche Hitzerekorde. Applaus fĂŒr derlei groteske Argumentation kam einmal mehr von denjenigen unter den "Klimawissenschaftlern", die den Menschen am liebsten ganz von der OberflĂ€che unseres Planeten tilgen wĂŒrden, damit ihre mathematischen Formeln endlich wieder klar berechenbare Ergebnisse ausgeben wĂŒrden.

TatsĂ€chlich ist nicht auszuschließen, dass verĂ€nderte Windmuster sowohl an dem außergewöhnlichen DĂŒrresommer 2018, als auch an den alpinen RekordschneefĂ€llen des Januar 2019 beteiligt waren. Aufgabe seriöser Wissenschaft wĂ€re es jedoch, ZusammenhĂ€nge zu untersuchen und Mechanismen zu ergrĂŒnden, statt alarmistischen Schlagzeilen das Wort zu reden und diffuse ZukunftsĂ€ngste zu schĂŒren.

Marburg, am 31.01.2019

Herzlichst, Ihr JĂŒrgen Vollmer
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